Rede des Feuermeisters Lullusfest 2014

Seid willkommen, Lolls-Gemeinde, Mückenstürmer, alle Gäste, Von Nah und Fern, ihr lieben Leut´, Die Ihr heut’ zu unser´m Feste Gekommen seid zu hören, Was der Feuermeister sagt in Ehren, Am Ende uns’ rer schönen Lulluszeit!

Ein Lullusfest geht wieder mal zu Ende, Minuten noch, dann ist das Fierche aus! Doch bevor der hohen Herren Hände, Das besorgen, muss ein kräftig „Bruder Lolls“ aus meiner Kehl’ heraus!

Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls

2014 ist meine zweite Lolls-Saison und ich möchte Euch kurz über meine Premiere 2013 berichten.

Als Feuermeister Lolls zu feiern, das war neu für mich und meine liebe Frau. Wir hielten uns erstmal zurück - und das war schlau! Eine tolle Saison 2013 habt Ihr uns beschert, und uns oft mit Lob geehrt.

Dafür sage ich Danke, an alle Beteiligten dieses Festes, Danke an unsere hiesigen Medien, und Danke an alle, die uns unterstützt haben und unterstützen!

Viele nette Bekanntschaften und auch neue Freunde haben wir gefunden, und wir freuen uns auch in Zukunft auf schöne Feste und frohe Stunden!

Besonderer Dank auch an unsere Schausteller, die uns mit offenen Armen empfangen haben, es hat einfach nur Spaß gemacht!

Liebe Leute lasst mich nun berichten, aus dem abgelaufenen Lollsjahr von gereimten und ungereimten Hersfelder Geschichten:

Lolls 2013 war noch keine Woche vorbei, Da stritten sie wieder, die Zwei! Der Bürgermeister und der Intendant, Hatten wohl den Ernst der Lage verkannt! In allen Medien schlugen sie aufeinander ein, Fanden die zwei das am Ende gar fein?

War den Beiden eigentlich bewusst, Welchen Schaden sie anrichten mit ihrem Frust? Bad Hersfeld ist im ganzen Land Durch sein Theater wohlbekannt. Doch der Ruf der Spiele ward befleckt Weil zwei sich öffentlich zerstritten Statt hinter verschlossenen Türen die Meinung gesteckt Ist nun das Tischtuch komplett zerschnitten.

Dabei will ich es nicht belassen Denn unser Bürgermeister war im Recht. Er achtet auf die städtischen Kassen Täte er das nicht, dann wäre es schlecht. Ihn allein trifft nicht die Schuld Der Freytag hat´s ihm wahrhaft schwer gemacht Doch so manchem fehlte die Geduld Wenn es mal wieder hat gekracht.

Doch was woll´n wir mit ´ner Intendanz, Die nicht hinter der Stadt und dem Budget steht, voll und ganz! Das alles war wohl völlig fremd, Man gab das Geld aus ungehemmt! War dann der Rahmen mal wieder überschritten, Wurde aufs Neue öffentlich gestritten!

Nun ist ein neuer Intendant gefunden, Der Dieter Wedel ist es geworden! Ich freu´ mich auf fantastische Theaterstunden Und hoffe, er verdient sich in Hersfeld einen Orden!

Einen Neustart hat er angesagt; Ich wünsche, dass ihm das auch glückt! Zuviel Streit hat uns geplagt - So ein Theater wie dieses Jahr, das war doch verrückt! Ein Wort noch zu diesem Thema, dann höre ich auf, Eine spektakuläre, friedliche Spielzeit 2015 – Da freuen wir uns alle drauf!

Darauf ein donnerndes Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls.

Ungereimt, Ihr lieben Leute, Dünkt mich ein Projekt bis heute, Drum les´ ich heut euch die Leviten Zum Thema Sportpark - was hat Euch denn da nur geritten?

Wie fantastisch wäre das für diese Stadt gewesen: Der Lullus-Sportpark, barrierefrei, zugänglich für alle, ein echtes „Highlight“ für die Bürger dieser Stadt. Eine absolute Bereicherung für Einheimische, Hergeloffene, ein hervorragendes touristisches Konzept für Menschen mit und ohne Handycap und ein Segen für die angeschlossenen Vereine. Ich glaube, dass dieses einzigartige Projekt, das entlang der Fulda hätte entstehen können, für unsere Stadt nur gut gewesen wäre! Weil aber die Idee für den Sportpark von unserem Bürgermeister kam, hat die Opposition den Park gleich in Bausch und Bogen abgeschmettert und damit der Stadt einen Bärendienst erwiesen! Wir hätten damit überall Furore machen können, und das fast zum Nulltarif! Lasst Euch von eurem Feuermeister hinter die Ohren schreiben: Der Lullus-Sportpark hätte nie abgelehnt werden dürfen! Diese Entscheidung war sehr schlecht für uns! Und gleichzeitig wurde damit einer Frau geschadet, deren Ansehen in der Bevölkerung nicht höher sein könnte: Ich meine unsere Spitzensportlerin Manuela Schmermund, die als ausgewiesene Fachfrau ein hervorragendes Konzept ausgearbeitet hatte.

Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls

Die Neugestaltung der Unterstadt, Die man doch so gepriesen hat, Ist mit einem Wisch Erst mal wieder weg vom Tisch! „Downtown“ verschönern und beleben, Danach müssen alle weiter streben. Man munkelt, die Gebäude seien schon wieder weiterverkauft, Hoffentlich wird’s bald was, bevor sich jeder die Haare rauft!

Rechberg-Center - Ganz neu, so war´s zu lesen, Ist da das Projekt Unterstadt schon gestorben gewesen? Jetzt wird bei Rechberg neu gestaltet, War es denn, so wie es ist, schon so veraltet? Ein Riesen Shopping-Center vor die Innenstadt zu bauen, Ob das so schlau ist? Viele Händler in der Stadt packt jetzt schon das Grauen! Sogar ´ne Brücke über die Hainstraße soll´s geben, Ich hoffe die Menschen werden von dort nur IN´S Städtchen HINEIN streben!

Wirst du mal krank und kommst ins Klinikum, kann dir´s passieren, du guckst ziemlich dumm! Die Worte hierzu sind ungereimt, damit jeder weiß wie´s ist gemeint:

Des Öfteren hört man, dass Patienten, die stationär im Klinikum liegen, teilweise sehr lange auf ihre Untersuchungen z.B. im CT oder MRT warten müssen, weil Privatpatienten bevorzugt untersucht werden! Da frage ich mich allen Ernstes, wie es sein kann, dass Patienten mit wirklich großen Schmerzen, aber eben nur Kassenpatienten, lange auf ihre Behandlung warten müssen, weil man mit privat Versicherten mehr Geld verdient? Sollte man da nicht versuchen einen Mittelweg zu finden, um einem erkrankten Menschen, der schlimme Schmerzen erdulden muss, diese Wartezeit zu ersparen? Ganz abgesehen von den Kosten, die entstehen, wenn ein Patient im Klinikum liegt und nichts passiert!

Enner, zwoon, dräi,Bruder Lolls

Ungereimt war dieses eben – Jetzt dicht ich weiter für euch, ihr Lieben!

Kaum war Kaufmanns Philipp fort, Kam vom Stadt-Marketing ein Kracher: Die Kaufleute an unserem Ort Hatten keinen Live-Jazz Macher! Sie wussten wohl nicht mehr wie´s geht, Und wollten eine Pause... Ob das wohl ein Mensch versteht? So viele Chefs und keine Sause! Ich hätte einen guten Rat, Fragt doch einen, der es kann: Der Live-Jazz Erfinder wohnt in uns´rer Stadt, Es ist der Uli Bergmann! Zum Glück gab es doch noch drei Retter, Die gaben sich die größte Müh. Sie krempelten die Ärmel hoch, Bodo Neumann, Bernd Böhle und Ralf Neumeyer heißen sie! Das war Spitze! Dank den Dreien fielen wir in kein Loch, und es gab den Live-Jazz doch!

Der Tageberg ist wunderschön, Die Schilde-Halle ist es auch. Die Feuerwehr wollt´ feiern geh´n Wie üblich und nach altem Brauch. Ich selber war im letzten Jahr Für das Schildehallen-Fest Doch heute ist mir sonnenklar: Dass sich sowas nicht machen lässt. Auf den Tageberg gehört die Feier Das hab´ ich dann doch eingesehen Und ich werde künftig auch Dazu feste stehen – Am Guten Alten Soll fest man halten!

Die Windkraft auf dem Wehneberg Sie ist nun doch gekommen, Riesenspargel, gegen die ein Baum ein Zwerg Haben dieses schöne Areal erklommen! Bürgerwohl gab´s nur zum Schein Sagt mir, ihr von dieser Stadt: Sollte das so sein?

Alles schielt nach Subventionen Aus dem Topf der EEG Selbst ein Furz, der muss sich lohnen Diese Gier, die tut schon weh. Gewaltig ist des Windes Kraft Nur wenn sie dicke Konten schafft. Noch nicht mal fertig gebaut und schon verkauft, das ist doch toll, Jetzt machen sich die Schwaben auf unsere Kosten die Kippen voll!

Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls

Das Wortreich, das ist wirklich fein Wer es besucht, der findet´s spitze. Doch zu wenig Menschen gehen rein, Ob in Winterkälte oder Sommerhitze. Jetzt spart man an dem Personal - Einige wurden schon entlassen. Für alle ist das eine Qual: Ein Museum ohne die Besuchermassen, Die uns doch seinerzeit versprochen. Es ist wie immer: Die Kleinen hat’s getroffen – Wer damals die Prognose machte Über die man oft schon lachte – Ich glaub’, der war total besoffen.

Wenn man wie wir in der Mitte Wohnt, dann ist es gute Sitte, Dass man seine lieben Gäste, Die zu uns kommen zu dem Feste Gut bewirtet und auf´s Beste Versorgt, denn sie müssen tanken, Rasten und auch speisen. Kurz gesagt, wenn man auf Reisen, Dann empfiehlt es sich schon bald In unserem schönen Hessen-Wald An der Autobahn A-Vier Kann man bald schon herrlich rasten hier. Denn ein Rasthof Hersfeld wird entsteh´n Bald ist er da – ihr werdet seh´n. Unterhalb von Amazon Darauf freu ich mich heute schon.

Frauen-Power wohlgemeint, was jetzt folgt ist ungereimt:

Bundesweit einmalig ist, dass der Feuerwehr Bad Hersfeld und den Feuerwehren im Landkreis jeweils eine Frau vorsteht! Ein geplantes Interview einer hiesigen Zeitung mit den beiden gestandenen Feuerwehrfrauen kam nicht zustande, da man im Landratsamt beiden Frauen aus fragwürdigen Gründen wohl nicht zutraute, ein eigenständiges Interview zu geben! Da frage ich mich: Geschah dies etwa, weil es sich bei den Beiden um Frauen handelt? Oder wollten sich einfach nur andere in den Mittelpunkt stellen, um in die Zeitung zu kommen? Die Feuerwehren jedenfalls stehen hinter ihren Führungsfrauen und fragen sich zu Recht, was das sollte.

Etwas hab ich Euch noch zu sagen, damit es gibt keine Fragen, Euer Feuermeister ist politisch neutral, Parteiengeklüngel ist für mich eine Qual, Ich hab kein Parteibuch, das brächte mir nur Frust, Nur Hersfelds Wappen ziert meine Brust.

Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls

Nicht nur beim großen Mückensturm Ging´s steil hinauf auf unser´n Turm. Seit 112 Jahren schon Erklingt vom Kirchturm reinster Ton. Jeden Sonntag, Heiligabend und am Jahresend´ Spielt die tücht´ge Kirchturmbläser-Band. Die 226 Stufen nehmen sie in Kauf, Bei Wind und Wetter sind sie immer oben auf! Ihre Musik verschönt den Sonntagmorgen, Dass jeder weiß: Heut hab ich keine Sorgen! Dafür möcht´ ich herzlich mich bedanken! Und sollt´der Kirchturm einmal wanken: Bewahrt die wunderschöne Tradition, gebt´s weiter, vom Vater an den Sohn.

Unser Festzug letztes Jahr Schon wieder deutlich besser war. Länger und schöner als vorher, Die Gäste freut das alle sehr. Die Vorschriften sind aufgeweicht, Mitzumachen ist ganz leicht. Jetzt darf sogar geworben werden, Für die tollsten Sachen, im Himmel und auf Erden. Jetzt müssen noch ein paar Kapellen her - Ich bin mir sicher, das würde freuen uns alle sehr!

Ein dickes Danke noch an dieser Stelle An die, die kümmern sich um schnelle Läufer, Geher, alles rund um Breitensport Der gepflegt wird hier am Ort. Ich mein´ den Ski-Club Neuenstein: Der Lollslauf 2014 war wieder toll und fein!

Unerwartet hatte er es angekündigt im vergangenen Jahr Der Bürgermeister und seine Gabriele sind nun ein Ehepaar! Die herzlichsten Glückwünsche nochmal an dieser Stelle - Gesundheit, Wohlbefinden und alles, was ihr euch wünscht Genießt die Zeit, die Jahre vergehen ganz schnelle!

So, nun reicht´s für dieses Jahr, Ich hab schon einen Kloß im Hals, Ihr wisst sicher auch weshalb, es ist doch klar!

Die Zeit verrinnt, Ein neues Lolls-Jahr beginnt, Bringen wird´s viele Geschichten, Davon werd´ ich Euch Im nächsten Jahr berichten! Unser geliebtes Lullusfeuer, Es brennt nur noch klein, Die Tradition, sie ist uns lieb und teuer: Wir löschen nun den hellen Schein!

So will ich am Ende nun, Meine schwerste Lolls-Pflicht tun :

Lollsgemeinde, Bürgersleute, Uns´re schönste Lullusfreude, Die uns heilig ist und teuer, Unser einzig Lullusfeuer, Soll mit Wasser und mit Erden, Ausgelöscht, begraben werden!

Was der Flammen ward zum Raube, Asche ward - bedeckt vom Staube!

Soll nun dreihundertachtundfünfzig Tage, Ruh´n im dunklen Schoß der Erde, Die es hüte, die es trage, Bis dass ein neuer Lollstag werde!

Nun schüttet in den Flammenschein, Des Wassers Todesstrahl, Und mit Erde decket ein, Feuer und verkohltes Holz, Während wir zum letzten Mal, Rufen unser „Bruder-Lolls“ !!

Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls

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