Die Rede von Feuermeister Klaus Otto zum Ende des Lullusfests 2013

Liebe Lollsgemeinde, ...

+
Feuermeister Klaus Otto.

Ich heiß Euch heut willkommen, Mückenstürmer und alle Lullusgäste, die Ihr gekommen seid zu unserem geliebten Feste. Zum ersten Mal steh ich heut Abend hier, auszuüben mein neues Ehrenamt, und ich hoffe wir tun das noch viele Jahre Hand in Hand. Gereimt und ungereimt sind die Hersfelder Geschichten, von denen heute Abend ich werde Euch berichten. Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Mein erster Gruß, den ich an Euch richte, erzählt Euch meine Feuermeister Vorgeschichte. Wer’s noch nicht weiß, ich heiße Klaus, diesmal ist’s kein Udo, aber macht Euch nichts draus. Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Das Lullusfest 2012 neigte sich dem Ende, wir standen an der Feuergrube und viele sprachen über unsre Lullus-Jahreswende. Noch ahnte keiner was da kommen mag, in Udos Rede ging es Schlag auf Schlag, zum Ende seiner Rede kam dann der große Verdruss, Udo verkündete, mit Feuermeister ist jetzt Schluss. Ein Großer geht und nun muss ein Neuer her, doch es stellte sich die Frage wer! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Am Abend nach Udos Rücktritt, ging ich wieder auf unsren Lullusmarkt und wurde dort von einigen gefragt, na Klaus, machst Du das jetzt? Das hat mich schon in Gedanken versetzt! Udos Nachfolger zu werden, der Gedanke war nicht schlecht und wenn sie dich wollen, dacht ich mir, dann ist die Zeit jetzt recht! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Jetzt bin ich’s geworden und ich bin stolz, auszuüben dieses Ehrenamt für unsre Stadt und unser Lolls. Zwölf Jahre hat Udo Roßbach unser Fest und unsere Stadt getragen und dazu kann ich eins nur sagen: Danke lieber Udo, Du warst super, das war echt toll, da nehme ich den Mund auch nicht zu voll! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Da gibt’s auch noch einen anderen Mann in unserer Stadt, der unser Lullusfest besonders in sein Herz geschlossen hat. Er steht zwar oft im Hintergrund, bei allem was er mit viel Herzblut tut. Er berät, er sponsert und er ist aktiv dabei, das war immer gut! Der Mann, dem ich hier danken will, der steht hier bestimmt irgendwo ganz still, und er würde sagen, dass ich das nicht brauche, aber ich sag’s heut laut vor allen, Danke lieber Reinhard Rauche! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Dann gibt’s da auch noch die Hersfelder Mönche, mit ihrer schönen Lullusglocke, da wird’s auch höchste Zeit, dass man mal Danke sagt, sie sind auch das ganze Jahr immer sehr gefragt! Ein weiterer Dank auch an den Ski-Club Neuenstein. Der Lollslauf war wieder toll und fein. Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Am guten Alten wollen fest wir halten, und die Zukunft weiter gestalten. Dies war das Motto der Kreishandwerkerschaft im letzten Jahr und ich bin der Meinung das ist sehr wahr! Drum bitt ich Euch die Handwerkerschaft und Ihr von der Stadt, haltet und arbeitet zusammen, damit das Handwerk weiter eine Zukunft hat. Jeder ehre und behüte, was uns schuf des Meisters Hand, als das Handwerk blühte, blühte auch unser schönes Vaterland. Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Im Januar war’s, da stritten sich der Kreissl und der Fröhnert über’s deutsche Rechtssystem, in einer Art und Weise, für die ich mich heut noch schäm! Es ist schon schlimm genug, dass Opfer von Straftaten oft nach Hilfe müssen fragen, statt sich zu streiten sollten beide da was tun, da wären sie gut beraten! Der Windpark auf dem Wehneberg ist nach wie vor in aller Munde, eine Bürgerinitiative zieht in Hersfeld die Runde! Sie protestieren gegen diesen Wahn und Recht haben sie, ich hoff diesen Park gibt’s da oben nie! Wer den Wehneberg kennt, ich bin fast groß geworden dort, der weiß, was der Wehneberg ist für ein wertvoller Ort! Den Stadtwald dort oben zu zerstören, ist Frevel und Hohn, besser geeignete Flächen gibt es zu genüge schon! Oder gibt’s da noch andere Gründe? Ich möcht es fast tippen, wo sich mancher macht voll die eigenen Kippen! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Der Schilde-Park, ein geschichts-trächtiger Ort, doch man wollte ihm nehmen den Namen fort! Manchmal weiß ich nicht, was Euch im Rathaus bewegt, fragt doch erst mal die Bürger, bevor Ihr so Gedanken hegt! Herr Boehmer hat den Schilde-Park entscheidend mitgeprägt und er hat stolz den Namen Schilde gepflegt! Den Park jetzt in Hartmut Henning Boehmer Park umzubenennen, ich glaube Herr Boehmer, wenn er es wüsste, würde aus dem Städtchen rennen! Herrn Boehmer zu ehren, das ist klar, doch dafür sind genügend andere Möglichkeiten da! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Fast ein halbes Jahr lang war das Konrads geschlossen, die Bürger und die Besucher des Wortreichs waren verdrossen, ein Ehepaar aus unserer Stadt, was auch einen bekannten Party-Service hat, sie dachten sich: wir wagen das mal, und wie es manchmal im Leben so kommt, erhielten sie den Zuschlag prompt! Sie änderten die Inneneinrichtung von zweckmäßig auf gemütlich und fein, und auch für ein neues Konzept stiegen sie voll ein! Die Idee im Außenbereich Strandkörbe zu stellen war blitzgescheit! Auch mal bei einem Schauer macht man sich dort breit! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Ein Hersfelder Investor und Geschäftsmann, hat das alte HZ-Gebäude in der Klausstraße erworben, ein Geschäfts- und Einzelhandelshaus soll dort entstehen, wie er es schon hat an anderen Orten! Die Unterstadt zu beleben, das ist ein Segen! Die Geschäftsleute da unten stehen schon lange im Regen! Wie man hört hat auch das Buchcafé eine neue Bleibe gefunden, angeblich verbringt man bald im Parkhaus am Neumarkt gemütliche Stunden! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Nun komm ich mal von Gereimtheiten zu ein paar Ungereimtheiten, die ich nicht gereimt wie im guten Alten, sondern im Klartext möchte halten!

Wird Wilfried Roßbach unser Mister Lolls von der Stadt demontiert? So war es am 3. Juli in einer Gazette zu lesen, nur weil der Mann auf unbestimmte Zeit erkrankt ist oder war. Mit solch dummen Schlagzeilen wird schnell mal ein Mensch, dem diese Stadt und vor allem dieses Fest sehr viel zu verdanken hat, verunglimpft. Sicher hat es in der Vergangenheit die eine oder andere Meinungsverschiedenheit zwischen Wilfried Roßbach und dem Rathaus gegeben, aber daraus abzuleiten, dass unser Mister Lolls von der Stadt nicht mehr gewollt ist, entbehrt glaube ich jeder Grundlage. Ganz im Gegenteil, es ist im Rathaus wohl bekannt, auf welch immense Erfahrung Herr Roßbach sowohl in der Planung, als auch bei der Durchführung unseres Lullusfestes, zurückgreifen kann. So sollte man Wilfried Roßbach gute Besserung wünschen, anstatt sich aus Gerüchten solche Schlagzeilen aus den Fingern zu saugen. Wilfried Roßbachs Vertretung Julia Scholz und Helge Assi, die ja teilweise ganz schön ins kalte Wasser geworfen wurden, kann ich an dieser Stelle nur meine Hochachtung aussprechen. Die beiden haben ihre Sache richtig gut gemacht! Ich hoffe für die Zukunft, da unser Mister Lolls wieder da ist, dass die drei gut zusammen arbeiten, denn dann brauchen wir uns nicht mehr um die Zukunft unseres geliebten Festes zu sorgen. Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Liebe Lollsgemeinde, als eine von ganz wenigen Kleinstädten in Deutschland haben wir gleich zwei große Ereignisse im Jahreskreis, die weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus Strahlkraft und große Bedeutung haben. Die Festspiele, die durch die Kraft der Bürgerschaft Jahr für Jahr auf die Beine gestellt werden, sind neben dem Lullusfest der wichtigste Markstein des Jahres. Sie sind ein Magnet, der Herschfeller und Hergeloffene aus aller Herren Länder anzieht und begeistert. Internationales Publikum, bekannte Schauspieler und große Stücke auf einer einzigartigen Bühne: So gibt es das nur bei uns, und darum beneidet uns die halbe Nation. Aber in welcher Form sind die Festspiele in diesem Jahr in der Öffentlichkeit unter die Räder gekommen? Mit dem Begriff „respektlos“ ist das, was hinter und neben der Bühne passiert ist, noch sehr höflich umschrieben. Im nächsten Jahr finden die Bad Hersfelder Festspiele zum 64. Male statt. Als Euer neuer Feuermeister wünsche ich mir, dass unsere Festspiele wieder mit dem Respekt behandelt werden, den sie verdient haben. Alle handelnden Personen mögen sich bewusst machen, in welcher Verantwortung sie stehen. Die Tradition unserer Festspiele und die Würde des Spielortes verlangen hochkarätiges Theater - und kein öffentliches Possenspiel! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Eines möchte ich nicht vergessen zu erwähnen an dieser Stelle, liebe Bürgerinnen und Bürger und das ist unsere Feuerwehr! Für Außenstehende glaube ich, ist es sehr schwer nachzuvollziehen, was diese Feuerwehr, und das alles freiwillig, fast Tag täglich für uns leistet! Ich erinnere nur an den Großbrand der Klosterschänke im Januar, wie auch der Großbrand am Markt im Sommer. Nur unserer schlagkräftigen Feuerwehr war es zu verdanken, dass beide Brände im Grunde glimpflich verliefen, ohne größeren Personenschaden oder gar Todesopfern! Deshalb möchte ich hier auch einmal auf die Probleme einer solchen Feuerwehr aufmerksam machen! Liebe Mitbürger, jedesmal wenn die Feuerwehr ausrückt, muss man wissen, dass die Fahrzeuge mit Frauen und Männern besetzt sind, die vor wenigen Minuten noch ihrer Arbeit nachgingen oder für die Familie da waren. Sie lassen alles stehen und liegen um ihren Dienst am Nächsten zu tun. Doch für jeden dieser Menschen wird es immer schwerer ihren Dienst auszuüben, denn welcher Arbeitgeber zum Beispiel ist noch bereit, die Feuerwehrfrau oder -mann für den Einsatzdienst freizustellen? Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, wie schwierig es teilweise geworden, ist junge Menschen für die Feuerwehr zu begeistern!

Aus diesem Grund rufe ich Euch auf, diese Feuerwehr zu unterstützen wo Ihr nur könnt, denn diesen Menschen kann man gar nicht genug danken, allein schon deswegen, dass ein so hohes Einsatzaufkommen noch freiwillig bewältigt werden kann! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls! Alle machen mit Lolls ohne Barrieren! Dies war das Motto unseres diesjährigen Festzuges. Liebe Lollsschwestern und -brüder, dieses Thema sollte und dürfte für unsere Gesellschaft und für jeden einzelnen Menschen kein Thema sein! Es sollte und muss vielmehr eine Selbstverständlichkeit sein, es täglich zu leben. Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Mit den Ungereimtheiten ist es jetzt genug, jetzt reim ich wieder, ich denke, das ist klug! Hersfelds große Geschichte für alle sichtbar zu machen war eine tolle Idee von Dr. Rolf Göbel, doch was draus geworden ist, darüber kann ich nicht lachen! Fiberglas-Könige im Stiftsbezirk, es waren fünf, wurden dort aufgestellt, weiß und ohne Strümpf! Doch Ihr Leut sie standen nicht lange dort, da kamen die Vandalen und begingen Königsmord! Man muss sich mal vor Augen halten, da kommen Menschen und wollen unsre Geschichte aktiv gestalten, doch kaum ist etwas neu erschaffen, wird’s zerschlagen von diesen hirnlosen Affen! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Die Hersfelder Zeitung, sie ist bekannt, nicht nur in unserer Stadt, sondern auch auf dem Land, Geburtstag hat die HZ in diesem Jahr, 250 Jahre gute Presse, das ist wunderbar. Herzlichen Glückwunsch von mir an dieser Stelle, und auch für die Zukunft, alles Gute und ‘ne glückliche Hand, dann sind wir gut informiert in Stadt und Land! Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Ein Festumzug, wie der in unserer Stadt, der soll für’s Auge sein satt! Doch ich finde, unser Festzug ist in die Jahre gekommen, er ist zu kurz und braucht neue Ideen, ich hoff Ihr von der Stadt habt das vernommen! In den Festzug gehören mehr Kapellen rein, und auch die Vorschriften müssen machbar sein! Den Teilnehmern sollte man es erleichtern, für viel Spaß und Freud, dann haben wir bald wieder einen tollen Zug Ihr Leut! Auch unser Fackelzug hatte sehr gelitten, ‘ne Kapelle vorn und eine hinten, was ist denn in der Mitten? Es soll doch sein kein Trauerzug, er soll vermitteln Spaß und Freud, das wäre klug! Das Lullusfest 2013 neigt sich langsam dem Ende, ein neues Lollsjahr beginnt, es wird auch erzählen Bände! Meine erste Lolls-Saison hat mir großen Spaß gemacht. Wir haben friedlich gefeiert und viel gelacht! Ein Wort , das ruf ich zu Euch allen, auch wenn ich mal einen Fehler gemacht , seht’s mir nach, es ist auch noch kein Feuermeister vom Himmel gefallen! Danken möchte ich auch noch der Schaustellerfamilie für ein tolles Lullusfest, es hat wieder Riesenspaß gemacht. Liebe Leute, ich komm jetzt langsam zum Ende, ich hab ‘nen trocknen Hals und geschwitzte Hände!

Unser Feuer brennt nur noch klein, es soll sein diesjähriges Ende gekommen sein! Lollsgemeinde, Bürgersleute Uns're schönste Lullusfreude, die uns heilig ist und teuer, unser einzig Lullusfeuer soll mit Wasser und mit Erden ausgelöscht, begraben werden. Was der Flammen ward zum Raube, Asche ward bedeckt vom Staube, soll nun dreihundertachtundfünfzig Tage ruh'n im dunklen Schoß der Erde, die es hüte die es trage, bis dass ein neuer Lollstag werde. Nun schüttet in den Flammenschein des Wassers Todesstrahl und mit Erde decket ein Feuer und verkohltes Holz, während wir zum letzten Mal rufen unser Bruder-Lolls. Enner, zwoon, dräi, Bruder Lolls!

Kommentare