250 Dinge die wir an der Region mögen (88): Skulpturen eines großartigen Künstlers

Auf Rechbergs Spuren

Eines von Rechbergs Werken: Das Kriegerdenkmal, errichtet im Jahr 1925, auf dem Rathausplatz in Bad Hersfeld. Foto: nh

BAD HERSFELD. Arnold Rechberg war ein begnadeter Bildhauer und Zeichner. Er lebte während der Zeit des Umbruchs in Deutschland, vor, zwischen und nach den Weltkriegen.

Als fünftes Kind der Fabrikantenfamilie Rechberg kam Friedrich Wilhelm Arnold am 9. Oktober 1879 in Hersfeld zur Welt. Nach dem Abitur im Jahre 1897 an der Alten Klosterschule unter Direktor Dr. Konrad Duden absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung im väterlichen Unternehmen. Militärdienst leistete er im Regiment der Wandsbeker Husaren in Hamburg ab. Kurz darauf schloss sich ein Jurastudium in Leipzig an, an dem er nicht lange Freude hatte. Das künstlerische Milieu der Stadt weckte in ihm den Wunsch nach eigener Kreativität und Tätigkeit.

Erste Ausstellung 1903

Schon bald hatte er eine erste Ausstellung eigener Werke (1903) in Leipzig. Noch mehr als Leipzig zog ihn Paris, die Stadt der Kunstmaler und Bildhauer an. Er wählte recht bald die Metropole als Aufenthaltsort, wo er sich 1905 an einer großen Kunstausstellung beteiligte. 1909 organisierte er dort eine Präsentation französischer Künstler mit Werken von Monet, Renoir, Rodin, Rousseau. Wiederum in Leipzig erhielt er die Möglichkeit einer Ausstellung mit Werken von Cezanne, Gauguin, Matisse, Maillol, Rodin. In einem Zeitraum von knapp 20 Jahren hatte Arnold Rechberg alle Möglichkeiten seiner künstlerischen Laufbahn genutzt.

Neben seiner künstlerischen Arbeit war Arnold Rechberg immer auch politisch aktiv. Schon vor dem Ersten Weltkrieg machte er sich für eine deutsch-französische Verständigung zu Lasten von England stark. Während des Ersten Weltkrieges war Rechberg Offizier im Stab der fünften Armee. Von seinen Vorgesetzten zunächst unterstützt, betrieb er deutsch-französischen Annäherungsversuche weiter und begann Möglichkeiten eines Separatfriedens mit Frankreich auszuloten. In der Folge dieser Aktivitäten wurde er verhaftet. Er kam zwar bald wieder frei, musste aber die Armee verlassen.

Kurz darauf setzte er sich für eine Annäherung an England ein. Seiner Vorstellung nach sollte Westeuropa stärker gegen den Bolschewismus zusammenrücken.

Mehrfach inhaftiert

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde ihm schließlich sein außenpolitisches Engagement verboten. Mehrfach wurde er inhaftiert, zeitweise auch im Konzentrationslager Dachau.

Nach Ende des Krieges versuchte Rechberg erneut politisch aktiv zu werden, spielte aber keine Rolle mehr. Er starb am 28. Februar 1947 in Starnberg.

Über den politisch engagierten Künstler sind ausführliche Berichte von Dr. Fritz Baunack und Arnold zum Winkel in dem Katalog zur Ausstellung (siehe Text links) nachzulesen.

(Quellen: besagter Katalog, Wikipedia)

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