The Beatles Revival Band tritt am Samstag, 23. Oktober, im Buchcafé auf

Rebell ehrt einen Rebellen

Hallo Hersfeld: John Lennon, der am 8. Dezember 1980 einem Attentat zum Opfer fiel, wäre heute 70 Jahre alt geworden. Am 23. Oktober tritt ihm zu Ehren The Beatles Revival Band im Buchhcafé auf. Das Archivfoto zeigt Lennon im November 1966. Foto: dpa

Bad Hersfeld. Heute wäre der am 8. Dezember 1980 ermordete Musiker John Lennon 70 Jahre alt geworden. Das Buchcafé in Bad Hersfeld bietet daher ein außergewöhnliches Bühnenprogramm. Während der Herbsttour 2010 von Volker Rebell und The Beatles Revival Band und mit Unterstützung der Hersfelder Zeitung heißt es am Samstag, 23. Oktober, ab 20 Uhr: Imagine John Lennon. Den heutigen 70. Geburtstag des einstigen Ober-Beatle und seinen bevorstehenden 30. Todestag nahmen wir zum Anlass für ein Interview mit der HR-Radiolegende Volker Rebell.

Warum ein Programm speziell über John Lennon? Was zeichnet ihn aus, grenzt ihn zu den anderen ab?

Volker Rebell: Neben seinen herausragenden Fähigkeiten als begnadeter Songschreiber und Sänger ist es seine vielschichtige Persönlichkeit, die bis heute fasziniert. John Lennon war ein widersprüchlicher, aber aufrichtiger Mensch. Seine Ehrlichkeit konnte schonungslos und verletzend sein. Äußerlich zwar widerborstig und sich als cooler, schlagfertiger Rocker gebend, dazu im Verhalten oft ironisch bis zynisch, war Lennon tief drinnen doch ein Verletzlicher. Wie kein anderer Beatle war er experimentierfreudig und stets auf der Suche nach Liebe, Anerkennung, Lebenssinn und Erfüllung.

Was kann das Publikum im Programm „Imagine John Lennon“ erwarten?

Rebell: Formal ist das Programm eine Mischung aus Konzert und musikjournalistischem Erzählradio. Das Publikum hört Lennon-Songs, zum Teil in neuen Arrangements der Beatles Revival Band, hört John Lennons Stimme in Einspielungen von Original-Interviewausschnitten und vernimmt meine Kommentare, Deutungen und anekdotischen Hintergrundinformationen. Wir spielen populäre und weniger bekannte Songs aus seiner Beatles-Ära und Solo-Zeit, darunter viele seiner Schlüssel-Songs, die in Musik und Text über die Seelenverfassung von John Lennon und über seine Sicht der Dinge Auskunft geben. Themenschwerpunkte meiner Moderation sind Lennon und sein Verhältnis zu sich selbst, zu Yoko Ono und zu den Beatles.

Welches ist Ihr Lieblingssong von John Lennon und warum?

Rebell: Es sind drei. Aus der frühen Beatles-Ära 1965: „In My Life“. Weil der Song textlich ungemein sensibel und reflektierend ist und kompositorisch manchem Kunstlied ebenbürtig. Aus der kreativsten Beatles-Ära 1967: „I Am The Walrus“. Wegen der Experimentierfreude in Text und Musik. Wegen der harmonischen Endlosschleife, die sich in alle Ewigkeit weiterdreht, obwohl sie auf der Platte ausgeblendet wurde. Und aus seinem ersten Soloalbum von 1970 „Love“, ein wunderschönes, leises Lied über die Universalität der Liebe. Der Text ist prägnant wie ein Haiku. Und der Grundtenor ist der Wunsch, geliebt zu werden, vielleicht das wichtigste Menschenrecht und eines der wichtigsten Themen im Werk von John Lennon.

Das Konzert im Bad Hersfelder Buchcafé beginnt am Samstag, 23. Oktober, um 20 Uhr. Tickets gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen für 15 Euro (ermäßigt zehn Euro). (red)

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