Schülerinnen und Schüler der MSO Bad Hersfeld arbeiteten zwei Wochen in Changé

Raus aus dem Schulalltag

Die Praktikanten mit ihren Gastfamilien in Changé. Ganz rechts außen: Christian Langoulant, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins in Changé und links daneben Joel Georges, Bürgermeister von Changé. Fotos: nh

Bad Hersfeld. Ein Praktikum in Frankreich – klingt verlockend? Ist es auch!

Für eine gewisse Zeit in den französischen Berufsalltag hinein schnuppern, andere Kulturen und Menschen erleben, dabei die sprachlichen Fähigkeiten erproben und den persönlichen Horizont erweitern – all das sind Aspekte, die ein Praktikum im Ausland so attraktiv machen. Ähnlich sehen das auch die zwölf Schülerinnen und Schüler der Modellschule Obersberg, die kürzlich die Chance nutzten und ein Praktikum im französischen Changé absolvierten.

Unterschiedliche Bereiche

In einem Zweijahresrhythmus bietet die MSO mit dem Partnerschaftsverein Ludwigsau-Changé Schülerinnen und Schüler der Grund- und Leistungskurse Französisch die Möglichkeit, ein zweiwöchiges Praktikum in französischen Einrichtungen und Betrieben in Changé zu absolvieren. Während dieser zwei Wochen können die Jugendlichen Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Bereichen sammeln. „Solche Projekte machen den Schulalltag lebendig und die Schüler können die Sprache im authentischen Kontext anwenden“, erläutert Französisch-Lehrerin Corina Klose.

Die 17-jährige Lea Schmidt war in diesem Jahr zum Beispiel in einer Musikschule. Sie begleitete den Musikschuldirektor, schaute beim Unterricht zu und half bei der Organisation eines Konzertes mit. „Zuerst wollte ich eigentlich einen anderen Praktikumsplatz, aber dann hat es mir doch sehr gut gefallen, weil ich so viele unterschiedliche Sachen machen konnte“, erzählt sie begeistert. Ebenso gute Erfahrungen haben auch Dorothée Auracher, die im Rathaus war, und Isabell Schellhas, die bei dem deutschen Landmaschinenhersteller Claas in Le Mans war, gemacht.

Sprachen-Botschafter

Während der Zeit konnten die Schülerinnen und Schüler aber nicht nur ihre Französischkenntnisse erweitern, sondern waren gleichzeitig als Botschafter der deutschen Sprache unterwegs, wie René Meixner: „Ich habe an einer Schule unter anderem Werbung für Deutsch als Fremdsprache gemacht, weil immer weniger Schüler Deutsch wählen.“

Nicht so gut lief es dagegen bei Carolin Holl und Kathrin Heyer. Die beiden besuchten eine Grundschule und waren sehr enttäuscht, nicht mehr mit den Kindern arbeiten zu dürfen. „Solche Praktikumsstellen versuchen wir aus dem Programm herauszunehmen, damit sich so etwas nicht wiederholt“, erklärt Klose.

Neben dem Einblick in das französische Berufslebenkonnten die Jugendlichen auch testen, ob für sie dort eine berufliche Zukunft in Frage kommt. „Ich könnte mir gut vorstellen, auch später etwas im internationalen Bereich zu machen“, meint Dorian Ajvazi, der dem Unternehmen Bordeau-Chesnel zugeteilt war, das französische Spezialitäten herstellt und exportiert.

Bis auf wenige Ausnahmen ist das Praktikum in Changé bei allen sehr gut angekommen, auch die Unterbringung in den Gastfamilien verlief weitestgehend problemlos.

Um einige Erfahrungen reichen war der kulturelle Austausch damit für alle Frankreichfreunde eine Reise wert.

Von Christin Hanisch

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