EU-Vorgabe: Verkauf von gängigen Mitteln ab 2013 verboten

Rattengift bald nicht mehr frei zu erwerben

Hersfeld-Rotenburg. Nach einer Vorgabe der Europäischen Union werden ab dem 1. Januar 2013 die derzeit gängigsten Präparate zur Bekämpfung von Nagetieren, sogenannte Biozid-Produkte, nicht mehr frei verkäuflich sein. Auch bereits erworbene Produkte dürfen dann von nicht-sachkundigen Personen nicht mehr ausgelegt werden.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erklärt die Unterstützung der EU-Richtlinie so: Die als Rattengift eingesetzten Blutgerinnungshemmer enthalten Wirkstoffe, die zum zeitlich verzögerten Verbluten der Ratten führen. Sie sind sehr effektiv. Allerdings sind sie auch für andere Lebewesen giftig. Sie sind langlebig und reichern sich in der Nahrungskette an, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums. Nur professionelle Schädlingsbekämpfer sollen daher diese Mittel, die zurzeit einen Marktanteil von etwa 95 Prozent haben, noch einsetzen dürfen.

Im öffentlichen Raum und im Kanalsystem sind Städte und Gemeinden für die Bekämpfung der Nagetiere zuständig. Auf privaten Grundstücken fällt diese Aufgabe den Besitzern zu.

„Zurzeit haben wir wenig Probleme mit Ratten“, erklärt Helmut Karpenstein, der beim Bauhof der Stadt Bad Hersfeld für die Rattenbekämpfung zuständig ist. „Wenn es Probleme gab, konnten wir sie immer lösen.“

Ähnlich sieht es in Rotenburg aus. „Aktuell gibt es keine Probleme. Zweimal im Jahr wird unser Rohrsystem in Zusammenarbeit mit einer Fremdfirma überprüft“, sagt Stephan Heckeroth von den Stadtwerken. Dort gibt es zwei geschulte Mitarbeiter.

„Wir haben einmal im Jahr eine Rattenbekämpfungsaktion mit einer externen Firma. Da werden Kanalschächte und Bachläufe überprüft“, erläutert Friedhelm Eyert, Chef des Ordnungsamtes Bebra. „Ob die Ratten zunehmen, wenn Privatpersonen kein Gift mehr auslegen können, ist Spekulation.“ HINTERGRUND, SEITE 2

Von Claudia Stehr

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