Es rappelt im Karton

Kai A.

Bei der Bad Hersfelder CDU herrscht derzeit kein besinnlicher Vorweihnachts-Frieden. Im Gegenteil: Es rappelt im Karton und bei der Mitgliederversammlung am kommenden Montag soll es richtig krachen. Viele CDU-Parteifreunde sind mächtig sauer über das Agieren des Interims-Vorsitzenden Günter Exner. Der hatte ja das Vorpreschen von Pastor Ralph Habener, der sich im Kreisanzeiger selbst für den Partei-Vorsitz vorgeschlagen hatte, scharf gegeißelt. Zu scharf finden einige und werfen ihm undemokratisches Verhalten vor, denn natürlich darf in einer Volkspartei kandidieren wer will. Nun soll Exner abgestraft werden.

Offenbar soll das aber hinter verschlossenen Türen geschehen, denn man überlegt, ob wir von der Presse wieder ausgeladen werden. Das wäre freilich ebenso undemokratisch. Auf jeden Fall gibt es viel zu tun für den neu zu wählenden Stadtverbands-Chef, der nach Plan eigentlich eine Chefin werden soll. Warten wir gespannt ab – vielleicht dürfen wir ja sogar darüber berichten.

Nachdem sich die CDU auf Kreisebene bei der Bundestagskandidatenkür zusammengerauft hatte und Helmut Heiderich – der selbst im Endspurt nochmal mächtig Gas gegeben hat – wiedergewählt hat, gärt es unter der Oberfläche weiter. Viele jüngere Christdemokraten wünschen sich, dass die Partei im Kreis mehr Flagge und klare Kante zeigt. Eine gute Gelegenheit dazu wäre der fulminante CDU-Bundesparteitag gewesen, wo Angela Merkel bewiesen hat, dass sie zurzeit zu Recht ganz oben steht. Von ihr könnten die Parteifreunde hier viel lernen. Aber von denen gab es nicht mal eine Stellungnahme zum Bundesparteitag.

Auch die Genossen von der SPD haben nicht nur eitel Advents-Freude. Vor allem Gunter Müller erlebt in diesen Tagen in den Internetforen einen wahren „Shit-Storm“, wie Kritik am Internet-Pranger neudeutsch heißt. „Wenn er Bürgermeister von Hersfeld geworden wäre, wäre jetzt die ganze Stadt insolvent“, schrieb da einer hämisch über Müller, der auch Rot-Kreuz Chef ist.

Wer die Schuld an der Pleite der drei DRK-Töchter trägt, wird sich freilich erst noch erweisen müssen. Vorschnelle Vorverurteilungen dienen niemandem, vor allem nicht der wichtigen Arbeit des Roten Kreuzes und der vielen ehrenamtlichen Helfer, die zum Beispiel heute wieder in der Kälte vorm Rathaus stehen und warme Suppe verkaufen.

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