Für Ronald Loot beginnt Barrierefreiheit im Kopf

Rampen ersetzen kein Miteinander

Ronald Loot

Bad Hersfeld. Piepende Ampeln sind das eine. Und natürlich machen Rampen und abgesenkte Bordsteine das Leben für Behinderte leichter. Doch für Pastor Ronald Loot heißt Barrierefreiheit noch etwas anderes.

„Das Miteinander ist genauso wichtig“, sagt der Leiter des Altenzentrums Hospital in Bad Hersfeld, der selbst zu 80 Prozent behindert ist. „Rampen können nicht ersetzen, dass man sich gegenseitig hilft.“

Für ihn ist eine behindertengerechte Stadt nicht nur eine bauliche Frage. Denn er erwartet gar nicht, dass beispielsweise ein Rollstuhlfahrer überall allein zurechtkommen muss. „Manchmal reicht auch ein Schild mit einer Telefonnummer, die man anrufen kann, wenn man Hilfe braucht“, sagt er. „Es muss gar nicht immer Geld kosten.“

Der holländische Pastor hat selbst noch erlebt, wie er zusammen mit drei Rollstuhlfahrern aus einem Café geworfen wurde. Mit dem freundlichen Hinweis, dass der Anblick die anderen Gäste belaste.

„Gott sei Dank sind wir heute weiter“, sagt Roland Loot. „Für mich ist das Wichtigste, dass sich Behinderte und Nichtbehinderte auf Augenhöhe begegnen.“ Das bedeutet auch, dass beiden Seiten Verantwortung zufällt. Die, die Hilfe brauchen, sollen fragen, und die, die helfen können, dürfen nicht wegschauen. „So kann es gehen“, sagt Loot. Barrierefreiheit, die bestimmt nicht mit dem Denkmalschutz kollidiert. (str)

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