Verkauf von Silvester-Feuerwerk hat begonnen - beliebt: Knaller und Lichtzauber

Raketen-Batterien gefragt

Es wird gekauft, was später kracht und leuchtet: Während Simon, Niklas und Christoph, von links, nach Böllern Ausschau halten, sucht Carsten Wolf nach hübschem Lichterzauber. Fotos: zmy

Hersfeld-Rotenburg. Sie ist der neueste Hit in den Läden: Die große Box kostet fast 70 Euro. Einmal wird die Zündschnur angesteckt, dann schießen 80 Raketen nacheinander bis zu 50 Meter in die Höhe und zaubern buntes Licht in den Himmel. Nach 130 Sekunden ist der Spaß laut Packungsbeschriftung wieder vorbei. Gestern hat der Verkauf von Silvester-Feuerwerk begonnen.

Im Landkreis zeigten sich die Kunden vormittags zunächst zurückhaltend. Das sei nicht ungewöhnlich, berichtet der Filialleiter eines Rotenburger Supermarktes. Der große Ansturm komme oft erst am 31. Dezember. Dass Böller und Raketen gekauft werden und dafür auch reichlich Geld ausgegeben werde, darauf sei Jahr für Jahr Verlass.

Spezialisiertes Angebot

Allerdings, so gibt Eric Schöter, Geschäftsführer bei der Firma Grebe in Bad Hersfeld zu bedenken, hat die Vielzahl der Verkaufsstellen für Feuerwerk den Anteil des einzelnen Geschäfts etwas schrumpfen lassen. „Wir haben in diesem Jahr nur einen ganzen und zwei halbe Tage Zeit,“ sagt er und verweist auf die längeren Öffnungszeiten der Supermärkte.

Gleichwohl ist Schöter zuversichtlich, dass die Kunden auch in diesem Jahr zu ihm kommen, zumal sich Grebe auch auf Feuerwerks-Waffen spezialisiert hat. Die gibt es im Supermarkt nicht.

Der Rotenburger Carsten Wolf ist mit drei Jungen aus der Familie in den Supermarkt gekommen. „Die Jungs wollen knallen, ich sorge fürs Leuchten und was fürs Auge“, erklärt Wolf. Simon, Niklas und Christoph laufen um den Tisch mit Feuerwerk herum und suchen sich Packungen mit Raketen, Böllern und Knallfröschen aus. Alleine, erklärt Carsten Wolf, dürfen die Kinder nur Tischfeuerwerk anstecken. Wenn Böller und Raketen gezündet werden, sei immer ein Erwachsener dabei.

Auch in einem Bad Hersfelder Aldi-Markt sondieren die Väter mit dem Prospekt in der Hand fachkundig das reichhaltige Angebot. Der Trend beim Feuerwerk, erklärt der Supermarkt-Filialleiter in Rotenburg , gehe weg von lauten Krachern und hin zu Lichteffekte erzeugender Pyrotechnik. Gerade die Batterien, aus denen nach dem Anstecken eine ganze Reihe Raketen in den Himmel schießen, würden immer beliebter.

Das bestätigt auch Eric Schöter, der sein Sortiment entsprechend angepasst hat. Die Preise für die Qualitätsware, sagt er, seien im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben.

Die Sicherheitsvorschriften sind hoch. Nicht nur, dass die Kassierer und Kassiererinnen strikt angehalten sind, sich im Zweifelsfall den Ausweis zeigen zu lassen. Auch die Menge des im Laden ausliegenden Feuerwerks ist begrenzt. Nur 70 Kilogramm dürfen auf den Verkaufstischen liegen, der Rest wartet im Lager. In Sichtweite hängt ein Feuerlöscher.

Auch Sigrid Kämpf, die mit Tochter Annika in einen Bebraer Baumarkt gefahren ist, kauft vor allem Licht-zaubernde Raketen. „Wir wohnen am Berg, da ist das schön“, erklärt sie. Das Zünden überlässt sie aber ihrem Mann. „Das traue ich mich nicht. Ich zünde nur die Wunderkerzen an.“

Zum Silvesterfeuerwerk gehört auch das anschließende Saubermachen. „Am nächsten Tag sind wir mit Schubkarre und Besen unterwegs“, verspricht Carsten Wolf.

Von Achim Meyer und Karl Schönholtz

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