29-Jähriger muss in die geschlossene Psychiatrie

Räuber überfiel behinderte Frau

Bad Hersfeld. Er kam aus der Untersuchungshaft in Fulda und wurde nach der Zwischenstation Amtsgericht Bad Hersfeld in die geschlossene Psychiatrie nach Haina gebracht: Dort soll ein Gutachter herausfinden, ob der 29-Jährige aus Bebra eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Hintergrund dieser Entscheidung des Schöffengerichts waren die vom Angeklagten begangenen schweren Straftaten im Zusammenhang mit seiner Alkoholsucht und einer denkbaren Persönlichkeitsstörung. Konkret ging es um einen versuchten Handtaschenraub, bei dem der aus Polen stammende junge Mann am 5. September dieses Jahres in der Bad Hersfelder Innenstadt zwei alte Damen überfallen hatte.

Eine gehbehinderte 82-Jährige und ihre 77 Jahre alte Freundin hatten gerade ihre Haustüre aufgeschlossen, als der Bebraer hinzutrat und die Frauen in den Hausflur drückte. Dort nahm er der Älteren die Gehhilfen weg, erschreckte beide Frauen durch Griffe in den Schritt und versuchte, ihnen die Handtaschen zu entreißen. Das gelang nur deshalb nicht, weil die Seniorinnen die Taschenriemen auch über den Kopf gezogen hatten.

Die Hilferufe der Überfallenen hörte eine Nachbarin, deren Erscheinen den Räuber in die Flucht schlug. Als Versteck wählte er jedoch die Toilette einer nur wenige Schritte entfernten Kneipe. Dort nahm ihn die Polizei schon wenige Minuten später fest. Seine beiden Opfer hatten durch die Attacke einen Schock erlitten.

1,63 Promille

Mit 1,63 Promille war der 29-Jährige zur Tatzeit zwar alkoholisiert, doch das war kein Ausnahmefall: Seit seiner Jugend hat der berufslose, nicht sonderlich intelligente Bebraer Probleme mit dem Trinken und wurde immer wieder straffällig.

Gestern hatte er mit einer mehrjährigen Haftstrafe ohne Bewährung rechnen müssen. Doch im Gefängnis wäre man der eigentlichen Ursache nicht nachgegangen. Deswegen beantragte Staatsanwalt Werner Stock die Unterbringung.

Von Karl Schönholtz

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