Mutmaßliche Bankräuber von Hönebach: Was wusste die Familie?

Rätselraten um ein Telefonat

Fulda Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Bankräuber vor dem Landgericht Fulda mehren sich die ungeklärten Fragen. Die spannendste Frage ist die nach einem Telefongespräch zwischen den Angeklagten und dem Fahrer eines nach dem Telefonat gestohlenen Autos.

Der Prozesstag begann mit der rekordverdächtigen Verzögerung von fünfeinhalb Stunden.

Kein Transporter frei

Im Gefängnis in Kassel, in dem einer der Angeklagten untergebracht ist, war die Ladung zu der Gerichtsverhandlung nicht angekommen. Als sich dieses Versäumnis im Laufe des Vormittags geklärt hatte, waren zunächst alle Gefangenentransporter unterwegs. So begann die Verhandlung statt wie geplant um 10 erst um 15.30 Uhr.

Den Angeklagten, einem 39-Jährigen aus Fulda und dessen Schwager, ein 49-jähriger Bad Hersfelder, wird vorgeworfen, am 28. April die Filiale der Raiffeisenbank in Wildeck-Hönebach maskiert überfallen zu haben. Von Zeugen wurden sie nicht erkannt. Wichtigstes Beweismaterial sind DNA-Spuren im Fluchtfahrzeug. Die Eigentümer des Fluchtwagens wurden als Zeugen gehört. Sie besitzen selbst keinen Führerschein und wurden stets von einem Bekannten chauffiert. Ausgerechnet einen Tag vor dem Fahrzeugdiebstahl gab es einen Telefonkontakt zwischen diesem Bekannten, der das Auto regelmäßig fuhr, und einem der Täter. Die Gründe für das Telefonat blieben ungeklärt. Vor Gericht äußerten sich die Angeklagten weiter nicht zu den Vorwürfen. In einer früheren Vernehmung hatte einer der beiden erklärt, er handle mit Autos. Deshalb könnten ohne weiteres DNA-Spuren von ihm in fremden Autos gefunden werden.

Ein Bad Hersfelder Kripobeamter berichtete, ein Informant habe ihm erklärt, in der Großfamilie der Angeklagten sei die Täterschaft der beiden ein offenes Geheimnis. Den Namen des Informanten nannte er nicht. Um dieses Wissen aus dem familiären Umkreis zu erhärten, benannte der Staatsanwalt einen weiteren Zeugen, der ebenfalls davon gehört haben wollte, dass die Familie davon ausging, dass die Angeklagten die Täter waren. Dieser Zeuge wird noch gehört.

Der Prozess wird am 11. Januar fortgesetzt.

Von Volker Nies

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