Rotary Club Bad Hersfeld spendet Elektro-Gefährt, um Senioren mobil zu halten

Radeln mit der Rikscha

Senioren und Hochbetagte mit der Fahrradrikscha mobil halten und „Freude am Fahren“ vermitteln. Das ist das Ziel des Rikscha-Projektes. Unser Foto zeigt bei einer Jungfernfahrt durch den Kurpark den Rotarier Markus Pfromm im Sattel und als Fahrgäste die Leiterin der Residenz Ambiente Arabella Kienel und Matthias Holzapfel, Präsident des Rotary Clubs Bad Hersfeld. Foto: Krenz

Bad Hersfeld. Wenn Sie künftig Menschen mit Wind-zerzausten Haaren in Bad Hersfeld sehen, dann liegt das womöglich an der neuen Fahrradrikscha, in der Senioren und behinderte Menschen als Fahrgäste die Stadt genießen können. Dies ist den Rotariern zu verdanken, die die E-Rikscha spendeten.

Angefangen hat die Aktion mit dem Sohn des Rotariers Jürgen Overweg, der in Berlin lebt und dort seinerseits ein Rikscha-Projekt ins Leben gerufen hat. Dazu wurde der Verein „Radeln ohne Alter“ gegründet, der sich aktiv für „Das Recht auf Wind in den Haaren“ einsetzt. Die Idee schwappte nach Bad Hersfeld über, wo Jürgen Overweg anlässlich seines 90. Geburtstages im Kreis seiner rotarischen Freunde anstatt eines Geburtstagsgeschenkes zur Spende für eine Rikscha aufrief.

6 000 Euro gespendet

Dabei kamen über 1 000 Euro zusammen, womit der Grundstein für eine Gesamtspende in Höhe von rund 6 000 Euro des Rotary Clubs Bad Hersfeld gelegt war. Mit dem Geld wurde eine Rikscha mit Elektroantrieb erworben, die für zwei Fahrgäste ausgelegt ist. Nun galt es, eine Institution zu finden, die die Idee, die mit Sachleistungen von der Firma Complot unterstützt wurde, vorantreibt.

Arabella Kienel, Leiterin der Residenz Ambiente, erklärte sich dazu bereit und gründete dafür den gemeinnützigen Verein „Radeln ohne Alter Bad Hersfeld e.V.“ mit dem Ziel, Menschen glücklich zu machen – vor allem Senioren und Behinderte. Der Verein bildet unter anderem ehrenamtliche Helfer zu Fahrern aus und organisiert den Einsatz der Rikscha, die bei der Residenz Ambiente untergestellt ist. Dort werden auch die Akkus geladen.

Abholen am Bett

„Das Besondere an der Rikscha ist, dass sie mit einer Breite von 99 Zentimetern durch jede behindertengerechte Tür passt, und natürlich auch in den Fahrstuhl“, berichtet Arabella Kienel. Somit kann jeder Bewohner direkt am Bett mit der Rikscha abgeholt werden. „Die Aktion spricht sich schnell herum und mittlerweile sitzen die Leute schon im Foyer und warten darauf, dass sie jemand mit der Rikscha mitnimmt“, freut sich Kienel.

Die Idee ist, ältere und behinderte Menschen wieder stärker ins soziale Leben einzubinden. Und das wird schon bei ersten Ausflügen erreicht. „Es ist eine kommunikative Sache, die die Bewohner richtig toll finden“, erklärt die Residenzleiterin. Durch die langsame Radgeschwindigkeit kommen die Senioren mit Passanten ins Gespräch. Die Freude darüber sei unheimlich groß, „dachten doch einige Bewohner gar nicht mehr daran, noch einmal aus dem Heim herauszukommen“, berichtet die Heimleiterin.

Sie ist gespannt auf die Entwicklung der Initiative und voller Erwartung sagt sie: „Vielleicht wird es irgendwann eine zweite Rikscha geben.“ Denn die Residenzleiterin strebt eine Zusammenarbeit mit anderen Senioreneinrichtungen oder sozialen Förderstätten an, die die Rikscha regelmäßig nutzen könnten. Geplant ist weiterhin, dass sich das Angebot künftig an alle älteren und behinderten Hersfelder richten soll.

Ehrenamtliche Fahrer gesucht

Der Verein sucht noch Mitstreiter, die sich zum Fahrer ausbilden lassen und ehrenamtlich Fahrten mit Gästen unternehmen wollen. Gesucht sind aber auch Vereinsmitglieder, die das Anliegen durch ihr Mitdenken und Mitgliederbeiträge unterstützen.

HINTERGRUND RECHTS

Von Jasmin Krenz

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