Die Landtagskandidaten zum Thema: FDP will stationäre Blitzer „ankündigen“

Vor Radarfallen warnen?

Bernd Böhle

Bad Hersfeld. Von den Kandidaten des Wahlkreises 11 der im Landtag vertretenen Parteien wollten wir wissen: Halten Sie die flächendeckende Aufstellung von Hinweisschildern vor Radarfallen für sinnvoll?

Bernd Böhle (FDP, Bad Hersfeld): Zunächst ist festzuhalten, dass die Hinweisschilder nur vor ortsfesten Radaranlagen angebracht und die Kosten den Kommunen komplett vom Land Hessen erstattet werden. Ortsfeste Radaranlagen werden vorwiegend in besonders schutzwürdigen Zonen (zum Beispiel vor Schulen und Kindergärten) eingesetzt. Da man automatisch langsamer fährt, wenn man weiß das „geblitzt“ wird, erhöht ein Warnschild die Sicherheit dort zusätzlich. Die gegensätzlichen Aussagen „vermeintlicher“ Experten halte ich für populistische Stimmungsmache. Dabei sollte man sich doch zumindest beim Schutz der Kinder im Straßenverkehr einig sein.

Jörg Althoff (Grüne, Ludwigsau): Unsinn! Typisch FDP!

Torsten Warnecke (SPD, Bad Hersfeld): Nein. Neulich die Aktion des Landes-Verkehrsministeriums den Schilderwald zu lichten. Heute die Gegenaktion, Aufstellung neuer Schilder. Bund und Land streiten gar, ob es sich um Verkehrsschilder nach Straßenverkehrsordnung handelt. Und dann das Schlimmste. Die FDP spielt zynisch mit Verkehrstoten. Behauptet doch diese Partei, Radaranlagen verursachten schwerste Unfälle. Nicht die Raser. Aus dem schönen Hessen wird FDP-Absurdistan.

Horst Zanger (Linke, Bad Hersfeld): Nicht sinnvoll, eher wohl ein populistisches Wahlkampfspektakel, wenn Verkehrsminister Rentsch (FDP) öffentlichkeitswirksam auf der A 5 ein Warnschild vor einer Radarfalle enthüllt. Egal, ob Verkehrswissenschaftler, die Gewerkschaft der Polizei oder Städte und Kommunen: Fast alle sind sich einig, dass es sich hier um eine Schnapsidee handelt, die zum Rasen einlädt. Wer Warnschilder vor Blitzern aufstellt, kann auch gleich die Radarfallen ganz abbauen. Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen. Die Verkehrssicherheit auf hessischen Straßen darf nicht durch populistische und irrsinnige Wahlkampfmanöver gefährdet werden.

Andreas Rey (CDU, Wartenberg): Sinn und Zweck von festen Blitzern ist es vorrangig, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und zu verbessern, insbesondere an Unfallschwerpunkten. Ein Schild, das vor dem Blitzer warnt, sehe ich durchaus als eine Möglichkeit dieses Ziel erreichen. Grundsätzlich halte ich aber mobile Kontrollen für das wirksamste Mittel, Raserei zu verhindern. Nur wer ständig damit rechnen muss erwischt zu werden, hält sich dauerhaft an die Regeln. (red/rey)

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