Wie die heimischen Sportfachgeschäfte mit dem Ausfall des Winters umgehen

Rabatte und letzter Schliff

Joachim Aufgebauer, Mitarbeiter bei Intersport im Mode-Centrum Sauer Bad Hersfeld, arbeitet an der neuen Schleifmaschine, um die Abnutzungserscheinungen gebrauchter Skier verschwinden zu lassen. Foto: Ladwig

Hersfeld-Rotenburg. Der Winter, der keiner war, geht nun auch auf dem Kalender zu Ende. Was einerseits die Heizkostenabrechnung schont, das hat auf der anderen Seite in den Sportfachgeschäften im Landkreis Hersfeld-Rotenburg den Verkauf von Wintersportartikeln einbrechen lassen. Wie der Handel damit umgeht, zeigen drei Beispiele aus Bebra, Rotenburg und Bad Hersfeld.

„Die Zahlen sind deutlich geringer als im letzten Jahr“, heißt es bei „Sport Ross“ in Bebra. Hier konnte der Verkauf nur durch Preisnachlässe etwas angekurbelt werden. Dabei waren es dann eher die hochwertigeren Artikel, die sich durch Nachlässe verkauften. Was übrig bleibt, wird eingelagert.

Auch bei „Sport Schild“ in Rotenburg steht fest, dass die aktuell eingelagerten Artikel zur nächsten Saison mit Rabatten erneut verkauft werden.

Fehlende Kauflaune

Dass sich der ausgebliebene Winter auf die Kauflaune der Kunden und somit auch auf das Geschäft mit dem Wintersport ausgewirkt hat, bestätigt auch Martin Knauff, Geschäftsführer im Mode-Centrum Sauer in Bad Hersfeld, das über eine große Intersport-Abteilung verfügt. „Kunden, die gerne Ski fahren, haben sich natürlich auch durch den weniger kalten Winter die Freude am Wintersport nicht nehmen lassen“, so Knauff. So habe man sich durch eine Skischleifmaschine einen gewissen Ausgleich schaffen können.

Ski-Urlauber, die ihr Sportgerät bisher grundsätzlich nur am Urlaubsort schleifen lassen konnten, können dies nun auch in Bad Hersfeld tun. Mit der neuen Errungenschaft ist die Intersport-Filiale in Bad Hersfeld weit und breit das einzige Geschäft, das diesen Service anbietet.

Funktion der Maschine

„Vor der Anschaffung der Schleifmaschine wurden die Skier von uns per Hand geschliffen“, sagt Joachim Aufgebauer, Mitarbeiter bei Intersport. Mit dem Gerät der Firma Montana schafft Intersport nun die Aufbereitung von 80 Paar Skiern am Tag, bei der aufwändigen Handarbeit früher waren nur 30 bis 40 Paar zu bewältigen. Zudem sei die Maschine schonender, erklärt Aufgebauer.

Kerben und Kanten werden vor Beginn ausgeglichen. Anschließend werden die Skier in die Maschine gespannt und Belag und Seitenkanten geschliffen. Abschließend werden sie ein weiteres Mal im „Finish“ geschliffen, um sie lenkbar zu machen, wobei jede beliebige Form nach Wunsch des Kunden hineingeschliffen werden kann.

Der Preis liegt je nach Bedarf zwischen 20 und 30 Euro. Laut Joachim Aufgebauer hat sich das Geschäft hier bereits einen beachtlichen Kundenstamm aufbauen können – auch wenn es bei uns keinen Winter gibt.

Von Sarah Ladwig

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