„Eins nach dem Anderen“: Dieter Oehm stellt ab Sonntag in der Galerie im Stift aus

Quadrat steht im Zentrum

Dieter Oehm (links) erklärt Reinhold Schott vom städtischen Fachbereich Kultur, Sport, Soziales eines der kleineren Exponate aus Stahl. Foto:  Schmidl

Bad Hersfeld. „Ich selbst möchte in meiner Arbeit erkennen und nicht wiedererkennen“, erklärt Dieter Oehm. Das kann nur gelingen, weil der Bildhauer in Dialog tritt mit seiner Arbeit und Freude daran hat, dass jede Arbeit auch einen Erkenntnisgewinn bringt. Oehm stellt seine Arbeiten unter dem Titel „Eins nach dem Anderen“ ab Sonntag bis zum 2. Juni in der Galerie im Stift aus.

Oehm arbeitet im klassischen Sinn seine Skulpturen aus einem Block. Im Zentrum steht immer das Quadrat. Dieses Quadrat wird zum Quader und bildet so die Basis der Artikulation. Sein „Verkörperungsalphabet“ und die von ihm entwickelten Volumenfiguren sind poetisch-konstruktiv und werden durch Gliederung des erwählten Materials in eine Beziehung zueinander gesetzt.

Bereits 1978 beteiligte er sich mit Großplastiken aus Holz und Stein an der Ausstellung des Kunstvereins Friedberg auf dem Stiftsruinengelände, im Jahr 2000 war er mit einer Einzelausstellung im Bad Hersfelder Museum präsent. Seine künstlerischen Spuren hat Dieter Oehm, der 1947 in Bad Hersfeld geboren wurde, in seiner Heimatstadt auch mit dem Kunstwerk „Gestrandeter Stein“ auf dem Marktplatz und der zweiteiligen Marmorskulptur „(F)Ort-(D)a“ im Stiftsbezirk hinterlassen. Insgesamt hat Oehm mehr als zwanzig Arbeiten im öffentlichen Raum platziert.

In Erinnerungen schwelgen

Während er seine im Raum freistehenden Skulpturen aus Eiche, Nussbaum, Buche und Lindenholz ins rechte Licht rückt, schwelgt er in Erinnerungen an seine Kindheit. Er erzählt von den ersten Grundschuljahren in der Linggschule bis zu seinem Umzug mit acht Jahren nach Frankfurt am Main. Bis dahin genoss er die von seiner Oma Hildegard Oehm finanzierten Klavierstunden beim Musiklehrer Rechberg in der Dudenstraße. Der Beginn seiner musikalischen Leidenschaft.

Diese Leidenschaft begleitet ihn auch noch nach vierzig Jahren künstlerischen Schaffens als Bildhauer und Zeichner unter Verwendung unterschiedlicher Materialien wie Stein, Holz, Bronze oder auch Papier. Er studierte in der Werkkunstschule Offenbach am Main, anschließend als Meisterschüler in der Städelschule in Frankfurt am Main Bildhauerei bei Prof. Croissant, Kunsttheorie bei Prof. Dr. Joachims und Druckgrafik bei Prof. Kruck. Es schloss sich ein Pädagogikstudium in der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt an, das er mit dem Diplom abschloss.

Heute lebt und arbeitet der Künstler in Bad Vilbel und in Hohenlohe (Baden-Württemberg), lehrt plastisches Gestalten und Zeichnen an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

„Dieter Oehm ist ein Architekt, der für sein Denken Gebäude entwirft“, beurteilt Dr. Manfred Riepe dessen künstlerischen Anspruch. „Bemerkenswert in seinem Schaffen ist das kontinuierliche Nebeneinander von Bildhauerei und Zeichnungen“, das auch in der Ausstellung „Eins nach dem Anderen“ sichtbar wird.

Vernissage

Die Vernissage findet am Sonntag, 29. April, ab 11.30 Uhr in der Galerie im Stift statt, zu der Interessierte herzlich eingeladen sind. Die Ausstellung läuft bis zum 2. Juni und ist während der Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr sowie Sonntag 11 bis 18 Uhr zu sehen.

Von Gudrun Schmidl

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