19-Jährige wegen vielfachen Betrugs zu Freizeitarrest und Arbeitsstunden verurteilt

Putzfrau staubte vom Konto ab

Bad Hersfeld. Gelegenheit macht Diebe, weiß der Volksmund, und genau das wurde im Herbst vergangenen Jahres einer Putzfrau in Obersuhl zum Verhängnis: Als die damals 18-Jährige in der Wohnung ihres Arbeitgebers beim Aufräumen eine ec-Karte entdeckte, beschloss sie, sich von diesem Konto für ihre Zwecke zu bedienen.

In der Folgezeit bestellte sie in 34 Fällen bei verschiedenen Firmen Waren und Dienstleistungen, die sie per Abbuchung „bezahlte“. Kleinstbeträge und einige größere Anschaffungen summierten sich am Ende auf mehr als 1500 Euro Schaden. Wegen vielfachen Betrugs musste sich die junge Frau gestern vor Jugendrichterin Michaela Kilian-Bock am Amtsgericht in Bad Hersfeld verantworten.

Dort zeigte sich die Angeklagte nicht nur geständig und einsichtig, sondern auch geläutert. Die in einem Nachbarort lebende Heranwachsende hat mittlerweile eine feste Arbeit und ist zur Wiedergutmachung bereit.

Ohnehin war für die zunächst Geschädigten die Sache schnell bereinigt, weil sie sämtliche Abbuchungen rückgängig machen konnten. Gläubiger sind nun die betroffenen Firmen.

Die 19-Jährige wurde verwarnt und zu einem Freizeitarrest verurteilt. Außerdem muss sie 40 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Ein zweiter Anklagepunkt wurde eingestellt: Die junge Frau war am 7. November 2013 in eine Auseinandersetzung unter Männern geraten. Dass sie dabei mit dem Auto ihrer Mutter einen der Beteiligten angefahren und an der Hüfte verletzt hatte, das ließ sich nicht nachweisen – zu dubios waren die Umstände der Konfrontation.

Von Karl Schönholtz

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