Bochumer Ex-Intendant Frank-Patrick Steckel übt harsche Kritik

"Putsch" gegen Festspiel-Intendant Freytag?

Bad Hersfeld. Von einem "Putsch-Plan" gegen Festspiel-Intendant Holk Freytag geht der ehemalige Intendant des Schauspielhauses Bochum, Frank-Patrick Steckel aus. In einem dramatischen Appell an die Kulturinstitutionen des Landes spricht Steckel von einer „noch nie dagewesene Form einer (un)ästhetischen Machtergreifung durch die politische Bürokratie einer Kommune“.

Der Appell richtet sich an den Deutschen Bühnenverein, die Bühnengenossenschaft, den Deutschen Kulturrat, den Kulturausschuss des Bundestages und die Staatsministerin für Kultur und Bildung, sowie die Akademien und Theater. Steckel fordert darin, die Mitarbeiter der Festspiele in ihrem Protest zu unterstützen.

In seinen Schreiben bezeichnet Steckel das von Bürgermeister Fehling vorgelegte Konzept zur Neuordnung der Festspiele wörtlich als "Manifest eines Putsches der Hersfelder Stadtverwaltung gegen die bisherige Leitung der Festspiele durch einen unabhängigen Intendanten". Die fristlose Kündigung Freytags sei der Versuch, "diesen Putschplan durch aktuelle finanzielle Vorwände zu bemänteln", weil Holk Freytag "seiner eigenen Entmündigung schwerlich zugestimmt haben dürfte."

Dank für klare Worte

Unterdessen hat das Ensemble der Bad Hersfelder Festspiele 2014 Bürgermeister Thomas Fehling erneut aufgefordert, die Kündigung von Festspiel-Intendant Holk Freytag zurücknehmen. Gleichzeitig begrüßen die Künstler die unmissverständliche Aufforderung des Vorsitzenden der Gesellschaft der „Freunde der Stiftsruine“, Helgo Hahn, an den Magistrat der Stadt Bad Hersfeld, für die Zukunft der Bad Hersfelder Festspiele Sorge zu tragen. Das Ensemble fühle sich in seinen Forderungen durch die "Solidarität der Hersfelder Bürgerschaft ganz besonders bestärkt". (kai)

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