Zehn Ausnahmemusiker begeisterten mit Gospelmusik auf höchstem Niveau

Die pure Lust am Gesang

Mitgemacht: Für die Freunde der spirituellen Musik in Bad Hersfeld war es ein unvergessliches Konzertereignis.

Bad Hersfeld. „The Very Best of Black Gospel“ – Der Name der Gruppe ist Programm. Eine Auswahl der besten Sängerinnen und Sänger aus den bekanntesten Gospelchören der USA trägt die „Gute Nachricht“ in die Welt hinaus. Gospelmusik nicht als Show, sondern als vorrangig musikalisches und spirituelles Erlebnis boten die zehn Ausnahmemusiker dem Publikum in der sehr gut besuchten Bad Hersfelder Stadthalle.

Musikalisch wurden die vom Veranstalter geschürten Erwartungen von Anfang an erfüllt. Der Chor, der seine hervorragende Qualität bereits bei mehreren Auftritten in großen Fernsehproduktionen und bei Gastspielen in den Metropolen Berlin, Hamburg, München, Paris oder Wien bewies, präsentierte viele bekannte, traditionelle Gospels wie „ Let my people go“, „Swing low sweet Chariot“, „Amazing Grace“, „Go down Moses“ und „O happy day“, aber auch unbekannte Titel in interessanten Fassungen.

Mitreißende, schnelle Lieder wechselten sich mit gefühlvollen Balladen ab und mehrstimmige Stücke mit Solovorträgen, bei denen jedes der Ensemblemitglieder mit gewaltigem Stimmumfang überzeugte. Egal, ob mit Instrumentalbegleitung oder a-capella, stets sprang der Funke ins begeistert mitklatschende Publikum über.

Glückliche Musik

„Gospel ist glückliche Musik“, versicherte Gregory M. Kelly, Mitbegründer und musikalischer Kopf des Chores, der in seiner Muttersprache Englisch durch das Programm führte. Als zweiter musikalischer Leiter steht ihm Reverend Charles Lyles zur Seite, der als Solosänger und Pianist der weltberühmten „Harlem Gospel Singers“ international gefeiert wurde. Seine Tochter Dorrey, Gewinnerin des „Best Gospel Awards“, ist ebenfalls festes Mitglied des Chores.

Darnita Hassel zog auch an diesem Abend die Zuhörer mit ihrer fünf Oktaven umfassenden Sopranstimme in ihren Bann und der Jüngste der Gruppe, Justin Hezekiah Lesley, hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen: „Ich möchte die Menschen in Europa und auf der ganzen Welt für unsere Musik begeistern. Sie sollen sich von den Kirchenbänken erheben und spüren, wie sie die Kraft der Musik und des Glaubens überall dorthin bringen kann, wo sie sich hinsehnen.“

Das blieb ein frommer Wunsch, der sich in der kühlen Atmosphäre der Stadthalle so nicht erfüllte.

Kontakt fehlte

Dass ein Gänsehautgefühl zwar garantiert, aber nicht immer spürbar war, lag vielleicht auch am fehlenden persönlichen Kontakt der an sich bewegungsfreudigen, sympathischen und humorvollen Sängerinnen und Sänger zum Publikum während des gut zweistündigen Konzertes.

Die Freunde der spirituellen Musik werden sich freuen, dass der Chor auch im nächsten Jahr wieder in die Stadt kommt. Gregory M. Kelly stellte schon jetzt in Aussicht, vorab einen Gospel-Workshop mit interessierten Laiensängerinnen und -sängern zu organisieren.

Von Gudrun Schmidl

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