Am Puls der Zeit

Kai A. Struthoff

Der Landrat hat einen, die Firma Bickhardt Bau auch und sogar das Amtsgericht. Nur die Stadt Bad Hersfeld hat keinen – Pressesprecher. Dort findet Öffentlichkeitsarbeit wie zu Boehmers Zeiten nach dem Zufallsprinzip statt – oder auch überhaupt nicht.

Beispiele gefällig? Da fahren die Hersfelder Autofahrer schon eine halbe Woche um ein großes Loch mitten auf der Simon-Haune-Straße herum, ehe das Technische Rathaus mitzuteilen geruht, dass dort am Kanal gearbeitet wird.

Oder: Da wird zunächst verkündet, das Parkleitsystem am Markt werde abgeschaltet, um die Situation einige Wochen zu beobachten. Doch einige Tage später starten Mitarbeiter der Firma Siemens einen letzten Versuch, die hohe Fehlerquote des Systems durch Schweller zu senken.

Erst auf Nachfrage gibt es zu einem Thema, das von den Hersfeldern seit Monaten heiß diskutiert wird, Auskunft. Und drittens: Die vor wenigen Monaten eingeführte Regelung, für den Besuch des Museums Eintritt zu verlangen, wird still und heimlich rückgängig gemacht. Die frohe Kunde ist bis heute nicht kommuniziert. Mit Verlaub, Transparenz und Fortschritt sehen irgendwie anders aus.

Bei der FDP rumpelt es unterdessen mal wieder. Die Kabinettsumbildung in Wiesbaden wird im Kreis Hersfeld-Rotenburg durchaus mit Erleichterung aufgenommen. Dass die neue Kultusministerin Nicola Beer eine neue Runde im Kampf um die Staatlichen Schulämter eröffnet, ist eher fraglich. Und so mancher Unternehmer aus unserer Region war auch nicht gut auf den scheidenden Wirtschaftsminister Posch zu sprechen.

Auch im Klinikum dürfte man dem Mann aus Melsungen nicht nachtrauern. Denn zwischen den Zeilen hörte man immer wieder, dass sich Posch – obwohl es ja gar nicht sein Ressort betraf – gern in Krankenhausfragen einmischte und sein politisches Gewicht zu Gunsten des HKZ in die Waagschale warf. Mal sehen, für wen das Herz des neuen Ministers schlägt.

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