Hersfelder Spaßgruppe improvisierte bei den kleinen Festspielen mit Publikum

Die Pürierstäbe vom Kopf befreit

Ohne jegliche Requisiten: Die durchgebrannten Pürierstäbe improvisierten bei ihrem Auftritt am Donnerstagabend bei den 13. kleinen Festspielen. Jonas Orf (von links), Leon Hengmith und Ricke Warzog heben eine Tonne Federn. Foto: Geier

Bad Hersfeld. Improvisationstheater ist nichts für Zuschauer, die sich nur berieseln lassen möchten. Stattdessen sind die Gäste während des ganzen Abends aufgefordert mitzumachen. Dass das aber unheimlichen Spaß macht, zeigte sich am Dienstagabend im Buchcafé.

Ohne jede Ablehnung traten die durchgebrannten Pürierstäbe mit Unterstützung von ImproKS auf die Bühne des neuen Buchcafés. Die letzten dichten Nebelschwaben zogen ins Publikum und die sieben Pürierstäbe griffen nach den einzigen Requisiten des Abends, um den in ihren Auftritten stets präsenten Mückenschwarm zu verjagen. In diesem Moment war das Publikum schon Feuer und Flamme für die Improvisation am Dienstagabend.

Reine Improvisation

Im restlichen Programm gab es weder Requisiten noch feste Text, von den Zuschauern kamen Anregungen und die wurden von den Schauspielern umgesetzt. „Es ist harte Arbeit“, sagte Leiter Edgar Steube, „Bis zum Startschuss kann man das Eingeübte vergessen und muss improvisieren.“ Niemand dürfe sich blockieren, zu allem müsse man ja sagen, erklärt Steube. „Wir leben von Spontanität, Eingebung und Fantasie.“ Die Pürierstäbe bewiesen, dass sie ihre Gefühlswelten ausdrücken und das annehmen können, was die Gäste ihnen zuriefen. Ein Spiel hieß „Gefühle“.

Vom Publikum kamen dazu die Begriffe Begeisterung, Liebe, Eifersucht, Trauer und Freude. Dargestellt wurde ein Abenteurer (Axel Garbelmann) und eine Wissenschaftler (Christpher Seban) kurz vor einem Vulkanausbruch und das Spiel entpuppte sich als wahres Wechselbad der Gefühle.

Das Theater bewegt Sinne, Körper und Geist, war ein reich gepacktes Überraschungspaket für Spieler und Zuschauer. „Wir versuchen Szenen und Fragmente zu spielen, in dem die Zuschauer Einwürfe und Ideen bringen. Diese Vorschläge sind dann Auslöser und Leitfaden für das daraus spontan entstehende Theaterspiel“, erklärte Steube. Auf der Bühne entwickelte sich ein heiteres, trauriges, spannendes und unverhofftes Spiel.

Der erste Teil des Abends wurde von den Bad Hersfelder Pürierstäben gestaltet, beim zweiten kam ImproKS zum Zug. Die vier Darsteller entführten das Publikum auf das Recycling-Raumschiff Herkules. Durch einen wortkargen Mechaniker, eine Pilotin mit Rechts-/Linksschwäche und ein Alien im grünen Ganzkörperanzug waren die Zuschauer restlos begeistert und gingen lachend nach Hause.

Von Christiane Geier

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