Rund 200 Konfirmanden denken an fünf Stationen über die Worte Gottes nach

Psalm 23 hautnah erleben

Erhält einen Segen: Marcel Schade aus Hattenbach und Sabine Kampmann. Foto: Apel

BAD HERSFELD. Auf dem Parkplatz an der Kapelle auf dem Frauenberg herrscht geschäftiges Treiben. Immer wieder ziehen sich Mädchen und Jungen bunte Brillen auf und schwanken an einem auf dem Boden liegenden Seil entlang. Nicht weit davon entfernt suchen andere nach verstecktem Geschirr. Sie sollen Picknick-Tische decken.

Es ist Kreiskonfirmandentag. Auf einem weißen Tuch, welches am Ast eines Ahornbaums befestigt ist, kann man Psalm 23 lesen, einen der bekanntesten biblischen Lobgesänge: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“

Geländer fürs Leben

Gut 200 junge Christen aus fast allen Gemeinden des Kirchenkreises Hersfeld sind mit Pfarrern, hauptamtlich in der evangelischen Jugendarbeit Tätigen und engagierten Ehrenamtlichen angereist, um sich am „Geländer fürs Leben“ entlangzuhangeln. So hat es Pfarrer Werner Ewald aus Niederaula bei der Begrüßung gesagt und dabei betont, dass das, was in Psalm 23 steht, nichts Totes, sondern etwas sehr Lebendiges ist. Etwas, das mit dem Alltag eines jeden Menschen zu tun hat.

Fünf Stationen

An fünf Stationen machen die jungen Leute Halt, um Psalm 23 zu erleben. „Ihr müsst auf dem Seil lang gehen“, ruft Pfarrer Dietmar Preiß aus Schenklengsfeld an der ersten. Aber mit den bunten Brillen ist das Laufen gar nicht so einfach. Sie gaukeln den Jugendlichen einen „Rauschzustand“ vor und lassen sie schwanken. Wie im richtigen Leben.

„Keine Ahnung, was das mit Psalm 23 zu tun hat!“, meint eine Konfirmandin. Aber die Regieanweisung des vom Team für Jugendarbeit, Pfarrerin Claudia Rudolff und Diakon Klaus Spengler ausgearbeiteten Gesamtkonzepts weiß es besser: „Die Jugendlichen sollen erleben, wie schwer es manchmal ist, den richtigen Weg zu finden und erfahren, wie wichtig Hilfe ist, wenn man alleine nicht weiterkommt.“

Auf der großen Fußballwiese gibt Pfarrer Michael Zehender aus Obergeis immerfort Kommandos. Vier Gruppen haben im Gebüsch nach Plastikgeschirr gesucht, es gespült und dann auf einer auf dem Boden ausgebreiteten Picknick-Decke angeordnet. Alle sitzen im Kreis und eine Konfirmandin spricht ein Gebet, das einen Vers von Psalm 23 aufnimmt: „Du bereitest vor mir einen Tisch.“

Nach dem Besuch einer Holzwerkstatt, in dem man Gottes kleine Wunder in einem Schaukasten anordnen soll, und eines abgedunkelten Raumes, in dem man nur dann voran kommt, wenn man seinem Gegenüber „blindlings“ vertraut, empfängt Diakonin Sabine Kampmann die Konfirmanden in der Kapelle.

Ruhe und Kraft finden

Hier können sie „immerdar bleiben“, trotz immer wieder klingelnder Handys Ruhe finden, Kraft tanken, Salböl herstellen und sich ein Segenswort zusprechen lassen. Die meisten sind aufmerksam bei der Sache und man spürt, dass bei vielen das Bedürfnis besteht, sich gegenseitig Gutes zu tun und Anerkennung zu schenken.

Gegen halb sieben sind alle Stationen abgearbeitet. Es wird Zeit für ein Schnitzelbrötchen oder etwas Vegetarisches - und für die Abschlussandacht. Pfarrer Zehender fasst das Erlebte zusammen, erteilt den Reisesegen und verteilt Lob: „Ihr seid Super-Konfis! Mit Euch braucht uns um die Zukunft unserer Kirche nicht bange zu sein!“

Von Wilfried Apel

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