Verfahren am Landgericht hinter dem Zeitplan

Lolls-Schlägerei: Prozess wird bis ins nächste Jahr dauern

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Die Verteidiger Axel Küster (Mitte) und Joachim Bremer (rechts) bezweifelten die Glaubwürdigkeit vieler Zeugenaussagen.

Bad Hersfeld/Fulda. Die Verhandlung vor dem Landgericht Fulda wegen der Lolls-Schlägerei dürfte sich bis weit ins Jahr 2016 hinziehen. Verhandlungstage waren bisher bis Dezember terminiert.

Die detaillierte Befragung von Zeugen und ihre wörtliche Protokollierung bringt die Planung durcheinander.

Bis gestern wollte die Schwurgerichtskammer 18 Zeugen gehört haben – fünf waren es tatsächlich. Gestern sagten zwei Opfer der Schlägerei aus, für die ein 25 Jahre alter Schausteller aus Niedersachsen unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt ist. „Als der Täter mit einer Stange um sich schlug, sah es aus, als würde jemand Amok laufen“, sagte eines der Opfer.

Gestern hat ein Ludwigsauer Student ausgesagt, den Sicherheitskräfte des Newscafés als möglichen Verursacher des Streits bezeichnet haben. Der 25-Jährige sagte, er könne sich an den Streit nur sehr vage erinnern. Sicher sei im Café niemand handgreiflich geworden – „auch wenn ich grundsätzlich einem Streit nicht aus dem Weg gehe, wenn ich einen bestimmten Alkoholpegel habe.“ Bei ihm wurden nach dem Vorfall 2,4 Promille gemessen.

Nach einem Blick auf den Angeklagten war er sich gestern sicher, dass er einen seiner Freunde außerhalb des Cafés geschlagen habe. Die Verteidiger verwiesen darauf, dass der Zeuge bei der ersten Befragung keinen Täter beschreiben konnte. (vn)

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