Schausteller: "Größter Fehler meines Lebens"

Prozess gegen Lolls-Schläger: Angeklagter gesteht und belastet Kollegen

+
Hat ein Geständnis abgelegt: Der angeklagte Schausteller im Prozess um die Lolls-Schlägerei (Mitte).

Fulda/Bad Hersfeld. Im Prozess gegen den sogenannten Lolls-Schläger vor dem Schwurgericht des Landgerichts Fulda hat der Angeklagte heute ein Geständnis abgelegt, gleichzeitig aber auch einen Schausteller-Kollegen schwer belastet.

Der 25-Jährige aus Niedersachsen räumte in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung ein, in der Nacht zum 17. Oktober vergangenen Jahres vor dem News-Café am Linggplatz in Bad Hersfeld mit einer Vierkant-Aluminiumstange zugeschlagen zu haben. Dabei wurde ein Mann am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt. Bei einer weiteren Attacke gegen eine andere Person sei ihm die Stange bereits wieder entwunden worden. Der Schausteller, mit einem Geschäft auf dem nahegelegenen Festplatz des Lullusfestes vertreten war, sprach vom "größten Fehler meines Lebens".

Er sei kein gewalttätiger Mensch, aber nach einer Feier mit den Kollegen betrunken gewesen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit Einheimischen im Innern des Lokals sei es kurz darauf vor der Tür zu Handgreiflichkeiten mit zahlreichen Beteiligten gekommen. Er sei einem Kollegen, der geschlagen und getreten wurde, zu Hilfe geeilt und sei dabei selbst verletzt worden. Er sei zunächst aus dem Tumult geflüchtet, doch dann habe ihm ein anderer Kollege besagte Stange in die Hand gedrückt. Dieser Schausteller soll nach Angaben des Angeklagten mit einer weiteren Eisenstange zugeschlagen haben. Weil der Kollege "nicht Manns genug" gewesen sei, als Zeuge vor Gericht zu seinem Tun zu stehen, gab der Angeklagte nun dessen Namen preis.

Bei der blutigen Auseinandersetzung wurden mehrere Personen schwer verletzt. Staatsanwalt Andreas Hellmich wirft dem Niedersachsen unter anderem versuchten Mord und versuchten Totschlag vor. Der Angeklagte erklärte sich nach seiner Einlassung bereit, auf Nachfragen zu antworten. (ks)

 

Morgen mehr in der gedruckten Zeitung.

Kommentare