Stadt Bad Hersfeld lässt Konzept für ökologische Stromproduktion erstellen

100 Prozent bis 2020 ?

Bad hersfeld. Kann Bad Hersfeld „100 Prozent erneuerbar“ werden? Wenn ja, wann und wie? Und welche Kosten entstehen für Investoren, Stadt oder Stadtwerke? Welche Preise für Strom und auch Wärme lassen sich für die Bürgerinnen und Bürger als Endkunden daraus ableiten? Welche innovativen Projekte können im Versorgungsgebiet der Stadtwerke realisiert werden? Und in welcher Form muss das Versorgungsnetz der Stadtwerke angepasst werden?

Das sind zentrale Fragen, die die Stadtverordnetenversammlung im Oktober einstimmig als Auftrag an die Stadtverwaltung und die Stadtwerke formuliert hat. Der Magistrat hat daraufhin im Januar die „K.Group“ aus München mit der Erstellung eines umsetzungsorientierten Konzepts beauftragt.

Im Schnitt schon besser

Ziel ist es, zu ermitteln, ob und in welcher Form Bad Hersfeld seine Energie bis 2020 eigenständig ökologisch produzieren lassen kann. Bereits heute steht Bad Hersfeld im bundesdeutschen Durchschnitt im Bereich der erneuerbaren Energien überdurchschnittlich gut da. Deren Anteil beträgt im Bundesschnitt gerade einmal 17 Prozent am Energiemix, bei den Stadtwerken jedoch schon 30 Prozent (Stand 2009).

Ist-Zustand zu Beginn

Die „K.Group“ wurde 1998 als Beratungsgesellschaft mit dem Schwerpunkt Energiewirtschaft in München gegründet und kann auf langjährige Erfahrung in den Bereichen der strategischen Planung und ökonomisch tragfähigen Umsetzung zurückgreifen.

Der erste Schritt ist die Ermittlung des Ist-Zustandes: Wo und in welchen Bereichen werden bereits erneuerbare Energien eingesetzt? Hierzu gehören beispielsweise die etwa 200 Klein- und Großan-lagen im Bereich der Photovoltaik sowie die beiden Wasserkraftwerke an der Fulda, die Eichmühle und das Kraftwerk der Stadtwerke. Hiernach wird unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Energieeffizienzstrategien im privaten, unternehmerischen und öffentlichen Bereich sowie des demografischen Wandels der künftige Energiebedarf für Bad Hersfeld ermittelt.

Im letzten Schritt erfolgt die Darstellung, wo und in welchen Bereichen Anlagen für erneuerbare Energien ökonomisch, ökologisch und auch stadtplanerisch sinnvoll errichtet werden können. Auch Überlegungen, in welchen Räumen Unternehmen eine gemeinsame Energieversorgung einrichten könnten, werden angestellt.

Die Stadt erhält im Idealfall konkrete Plandarstellungen, zum Beispiel Solar- und Wärmeatlanten, die praktische Beratungs- und Informationsgrundlage für zukünftige Investitionen der Stadt, der Stadtwerke oder Dritter sind.

Die „K.Group“ formuliert einen zeitlichen Fahrplan bis 2020, 2030 oder 2050. Wichtig sind für die Kreisstadt und die Stadtwerke die Darstellung der Möglichkeiten für die nächsten zehn Jahre.

Mit Bürgerbeteiligung

Die Konzeption wird in enger Zusammenarbeit zwischen Stadtwerken, Stadtverwaltung (hier insbesondere den Fachbereichen Technische Verwaltung und Technische Dienste sowie dem Immobilienmanagement), der naturkraft-region und dem Auftragnehmer erstellt.

Für die Erarbeitung von konkreten Projekten werden ab Mitte des Jahres auch die Öffentlichkeit und die Stadtpolitik in ein moderiertes Verfahren „eingespannt“, um Ideen und Wünsche in die Konzeption einzubeziehen.

Die Bürgerbeteiligung dient auch dem Zweck, allen Beteiligten die Machbarkeit sowie die Schritte dahin transparent zu machen. Wer bereits heute gute Ideen im Kopf hat, sollte nicht zögern: Der städtische Klimaschutzbeauftragte Guido Spohr nimmt gerne die ersten Anregungen entgegen. Kontakt: Telefon 06621/166-17 (red/ks)

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