Weltladen beteiligt sich an bundesweiter Aktion für neues Gesetz

Protest für Menschenrechte

Protestaktion: Der Weltladen in Bad Hersfeld fordert einen verbindlichen Rahmen für die Einhaltung der Menschenrechte in Produktion und Handel von Waren. Foto: nh

Bad Hersfeld. Warum wurden am Samstag, den 16. Mai in der Innenstadt von Bad Hersfeld drei Tatorte abgesperrt? Wieso lagen dort jeweils Bananen, ein T-Shirt und ein Handy auf dem Boden? Hinter der Aktion steckte der Weltladen Bad Hersfeld.

Zeitgleich mit hunderten Weltläden in ganz Deutschland machte die Bad Hersfelder Einrichtung mit fiktiven Tatorten und Haftbefehlen in der Kreisstadt auf Missstände in der Produktion unserer Alltagsprodukte aufmerksam. Immer wieder kommt es bei der Produktion von Südfrüchten, Textilien oder elektronischen Geräten zu schweren Menschenrechtsverletzungen, heißt es in einem Pressebericht. Auch deutsche Unternehmen sind direkt oder indirekt daran beteiligt oder profitieren davon. Denn bislang gibt es keine verbindlichen menschenrechtlichen Verpflichtungen für Unternehmen und es ist kaum möglich, sie bei Menschenrechtsverstößen oder Umweltschäden haftbar zu machen, heißt es weiter.

Doch 2016 könnte die Bundesregierung mit der Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland einen verbindlichen menschenrechtlichen Rahmen festlegen. Im Rahmen der Kampagne „Mensch. Macht. Handel. Fair.“ fordert der Weltladen Bad Hersfeld daher die Bundesregierung auf, eine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen gesetzlich einzuführen.

Fast 500 Weltläden bundesweit beteiligen sich an der Kampagne und sammeln gemeinsam mit dem Weltladen Bad Hersfeld vom Weltladentag im Mai bis zur Fairen Woche im September Unterschriften. Die Aktion in der Fußgängerzone war sehr erfolgreich, da viele Menschen, spätestens nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch der Meinung sind, dass verbindliche Instrumente nötig sind, um unfairen Handelspraktiken zu begegnen. „Der Faire Handel zeigt seit mehr als vierzig Jahren, dass partnerschaftliche und transparente Handelsbeziehungen möglich sind. Die Politik muss endlich alle Unternehmen zu fairen Handelsregeln verpflichten,“ sagt Heide Schumann-Held vom Weltladen Bad Hersfeld. (red/sis) Kontakt: Weltladen Bad Hersfeld Heide Schumann-Held , Tel: 06621/66480

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