Profi rettet sein Konzert

Ray Dorset und Band begeistern die Zuhörer in der Stadthalle trotz mieser Technik

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Könner: Die britische Rock- und Bluesband Mungo Jerry um ihren Frontmann Ray Dorset unterhielt die Gäste in der Bad Hersfelder Stadthalle bestens. Da machte es fast nichts, dass die Technik immer wieder versagte und die Musiker improvisieren mussten.

Bad Hersfeld. Ein paar mehr Zuschauer hätte das Konzert von Mungo Jerry, mit bürgerlichem Namen Ray Dorset, und seiner Band durchaus verdient gehabt, auch wenn es unter schlechten Vorzeichen stand.

Technische Schwierigkeiten mit der Verstärkung zogen sich wie ein Running Gag durch den Abend in der Bad Hersfelder Stadthalle. Die kurzfristig engagierte Tonfirma war selbst der verhältnismäßig überschaubaren Technik nicht gewachsen und hätte fast sogar den kompletten Ausfall des Konzerts verursacht. Aber als Profi lag es Ray Dorset fern, seine Fans zu enttäuschen und er selbst bestand darauf, sie nicht nach Hause zu schicken. Und so begrüßte er das Publikum: „Wir müssen hier auf der Bühne sehr hart kämpfen, aber wir wollen, dass ihr Spaß habt“.

Allein wie ein Straßenmusiker betritt er die Bühne und spielt das „Midnight Special“, klassischen Blues vom Feinsten. Er begleitet sich selbst auf der akustischen Gitarre, singt und spielt die Soli auf der Bluesharp und dem Kazoo.

Etwas später kommt seine Band auf die Bühne, sichtbar lustlos und frustriert, immerhin funktionieren Bass- und Schlagzeugverstärkung, der Keyboarder muss fast eine Stunde warten, bis er sein eigenes Instrument auf dem Monitor hört, dann brennt er ein Feuerwerk auf den Tasten ab. Gegen das permanente Grinsen, die Spielfreude und die Entertainer-Qualitäten von Ray Dorset ist schließlich kein Kraut gewachsen.

Er gewinnt sein Publikum zusehends, animiert erfolgreich immer wieder zum Mitsingen, Klatschen und Tanzen. Als er seine legendären Hits „Lady Rose“, „Alright, alright, alright“ und „Hello Nadine“ anstimmt, gibt es kein Halten mehr. Die knapp hundert Zuschauer im Saal toben, recken die Arme in die Höhe und singen mit.

Mungo Jerry bleibt sich stilistisch treu. Seine Musik basiert auf dem Blues und ist angesiedelt zwischen Rhythm & Blues, Rock ‘n’ Roll und Funk. Seine Soli auf der Gitarre sind souverän, authentisch und er gibt seiner Band immer wieder Gelegenheit in den Improvisationen auch ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis zu stellen.

Höhepunkt des 90-minütigen Nonstop-Konzerts ist natürlich der Welthit „In the summertime“. Mit der lautstark geforderten Zugabe verwöhnt er sein Publikum noch eine weitere Viertelstunde mit einem Macarena-Mix und Variationen über seinen größten Hit. Die Stadthallenbesucher gehen fröhlich und beschwingt nach Hause. (Helgo Hahn)

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