Ein Professor und ein Parkplatz

Kai A. Struthoff

Kurz vor den Ferien ist es in unserer kleinen Redaktion immer besonders hektisch. Alle Gemeindeparlamente tagen nochmal, in Kindergärten, Schulen und Vereinen finden Abschlussfeste statt, und auch an den Wochenende knubbeln sich die Veranstaltungen. Der Platz in der Zeitung und die Zahl unserer Berichterstatter reicht kaum aus, um alles abzudecken. Deshalb dauert es im Moment auch etwas länger, bis manche Beiträge erscheinen. Danke für Ihre Geduld!

Während sich viele von Ihnen schon auf die Ferien vorbereiten, wird hinter den Kulissen der Politik noch eifrig gearbeitet. Besonderen Kummer macht allen die verfahrene Situation im Ringen um eine Lösung für die Oper. Keiner will das beachtliche Lebenswerk von Prof. Siegfried Heinrich beschädigen. Niemand möchte die viele ehrenamtlichen Opern-Unterstützer vergraulen. Dennoch: So wie bisher geht es nicht weiter! Auch das ist eigentlich allen klar. Wir wollten natürlich auch die Meinung von Professor Heinrich hören. Aber unsere Anrufe wurden nicht beantwortet. Neulich traf ich den Professor zufällig in der Innenstadt. Er wirkte geradezu beschwingt, und lud mich herzlich zu den Opernproben ein. Zur aktuellen Auseinandersetzung wolle er sich aber nicht äußern. Dazu habe man ihm im Ministerium in Wiesbaden aber auch seitens des neuen AfM-Vorstands geraten. Angeblich werde3 hinter verschlossenen Türen eifrig an einer Lösung gearbeitet. Viel Zeit bleibt dafür aber nicht, wenn wir auch im nächsten Jahr eine Oper haben wollen.

Spannende Nachrichten hören wir von Amazon. Angeblich will das amerikanische Online-Kaufhaus den riesigen Parkplatz hinter dem Verteilzentrum an der Amazonstraße von der Stadt Bad Hersfeld kaufen. Offenbar sind es die US-Bosse leid, dass dort immer wieder gegen die Tarifpolitik des Internet-Händlers protestiert wird. Gehörte der Parkplatz den Amerikanern, hätten sie dort das Hausrecht und Verdi müsste die Transparente einrollen.

Die Stadt würde sich über den Geldsegen freuen. So arbeiten einige engagierte Parlamentarier schon an einem Konzept, wie man mit dem Geld heimische Unternehmer bei Investitionen unterstützen könnte, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Es bleibt also spannend, auch wenn bald Ferien sind. Dafür wird nicht zuletzt auch die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sorgen, die alle Verantwortlichen vor große Aufgaben stellt.

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