„Lokomotiven saufen Wasser“ erzählt Geschichten aus den Nachkriegsfünfzigern

Ein Professor erinnert sich

„Lokomotiven saufen Wasser“

Bad Hersfeld. In dieser Welt gibt es keinen PC, kein Handy, kein Internet und schon gar kein Farbfernsehen. Stattdessen wundert man sich darüber, dass man Tiere auch essen kann und verdingt sich in seiner Freizeit beim Stabhochsprung über die Wäscheleine. Was eigentlich kaum mehr vorstellbar klingt, ist in Wahrheit doch erst ein halbes Menschenleben her.

Erinnerungen an die Jugend

„Lokomotiven saufen Wasser – Hersfelder Geschichten aus den deutschen Nachkriegsfünfzigern“ heißt das autobiographisch angehauchte Buch von Prof. Dr. Helmut Friedrich Mikelskis, in dem er seine Erinnerungen an die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Bad Hersfeld niedergeschrieben hat.

Die „Liebeserklärung“ Mikelskis an seine Heimatstadt ist zugleich auch eine kritisch-politische Auseinandersetzung mit den Fehlentwicklungen von der Kommunal- bis zur Weltpolitik. Nicht fehlen dürfen aber auch die amüsanten und komischen Geschichten, die man als Jugendlicher um 1950 herum in der Festspielstadt erlebt hat. Aufgegliedert ist das Werk in acht Kapitel, die mit den passenden Bildern aus der Jugendzeit Mikelskis aufgelockert sind.

Mit dem Schreiben des Buches hat sich der Autor einen Jugendtraum erfüllt: „Nach dem Abitur stand ich am Scheideweg: Entweder ich studiere Germanistik und ergreife einen schreibenden Beruf, oder ich werde Physiker.“

Karriere in der Physik

Mikelskis entschied sich für letzteres. Nach dem Physik-Studium in Göttingen war er zwanzig Jahre als Wissenschaftler und Landtagsabgeordneter in Kiel tätig, bevor er von 1992 bis 2011 als Professor für Physikdidaktik an der Universität Potsdam lehrte.

„Mit dem Tag, an dem ich in den Vorruhestand eintrat, habe ich begonnen zu schreiben“, sagt der sympatische Freiburger, der sich „jetzt endlich freier Autor“ nennen kann.

In „Lokomotiven saufen Wasser“ erzählt der Physikprofessor im Ruhestand seinem Enkel Linus von früher. Unweigerlich fließen bei jeder Schilderung sowohl die Perspektive aus dem Heute als auch die Erfahrungen von über fünfzig Jahren Geschichte mit ein.

„Lokomotiven saufen Wasser“ erscheint beim Verlag edition winterwork und ist seit dem 19. Dezember im örtlichen Buchhandel sowie im Internet über Amazon und libri (ISBN 978-3-86468-348-0) zum Preis von 14,90 Euro erhältlich.

Kontakt mit dem Autor

Lesungen, Diskussionen und Gespräche mit Prof. Dr. Helmut Mikelskis können über die E-Mailadresse h.mikelskis@web.de vereinbart werden.

Von Emily Spanel

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