Optimismus nach Mitgliederversammlung – Streit um Zukunft der NBL-Abgeordneten

CDU probt Schulterschluss

Bad Hersfeld. Drei Stunden dauerte die kontroverse Redeschlacht, dann ging bei der Bad Hersfelder CDU „die Sonne am Horizont auf“. So beschreibt der stellvertretende Parteivorsitzende Günter Exner den Verlauf der Mitgliederversammlung des Stadtverbands. Lange und ausgiebig sei über Fehler der Vergangenheit diskutiert worden. „Alle waren erstaunt über die Offenheit, das hatte man vermisst“, sagt Exner.

Jetzt aber will die Partei den Schulterschluss proben und optimistisch nach vorn blicken. Erster Meilenstein wird dabei die Vorstandswahl am 7. März. „Wir haben die Bewerber für den Vorstand erweitert und suchen jetzt nicht allein den ersten Vorsitzenden, sondern auch eine Mannschaft, mit der vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist“, erklärt Exner.

Er selber will nicht für den Vorsitz kandidieren, sondern lieber dem Nachwuchs eine Chance geben. Der Vorstand soll durch Einbindung der Jungen Union deutlich verjüngt und mit mehr Kompetenz ausgestattet werden.

Gute Chancen auf den Vorsitz werden dem Vernehmen nach einem heimischen Unternehmer eingeräumt, der allerdings bislang noch nicht auf der parteipolitischen Bühne der Stadt in Erscheinung getreten ist.

Auch Hartmut Ziehn, Mitglied des einflussreichen Siebener-Rates zieht eine positive Bilanz der Versammlung. Er meint, die Partei solle wieder verstärkt den Kontakt zu den Menschen pflegen und Traditionsveranstaltungen wie den Neujahrsempfang, einen Ball oder das Stadtfest wiederbeleben. „Wichtig ist der Zusammenhalt nach außen, wir müssen wieder mit einer Sprache sprechen“, betont Ziehn.

Bis dahin muss die Partei allerdings noch ein gravierendes Problem lösen: Den Umgang mit den abtrünnigen CDU-Mitgliedern, die jetzt in der neuen NBL-Fraktion aktiv sind, allen voran deren Chef Michael Bock. Sie waren bei der Mitgliederversammlung eingeladen, aber nicht anwesend.

„Parteischädlinge“

Dort gab es heftige Diskussionen über die Zukunft der NBL-Leute im CDU-Stadtverband. Dem Vernehmen nach gab es Stimmen, die die NBL-Abgeordneten als „Parteischädlinge“ bezeichnet und deren Ausschluss gefordert haben. „Wir müssen dieses Thema bereinigen“, sagt auch Günter Exner und sieht eine Lösung als erste Aufgabe des neuen Vorstands. Zunächst habe man eine Art „Waffenstillstand“ geschlossen. Es solle zwar keine Verweigerung, aber auch keine aktive Zusammenarbeit in der Stadtverordnetenversammlung geben.

Von Kai A. Struthoff

Kommentare