Michael Roth besucht Unternehmenszentrale der Strabag Infrastrukturprojekt GmbH

Privates Kapital für Verkehrsvorhaben

Bad Hersfeld. Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) standen im Mittelpunkt des Besuchs des Bundestagsabgeordneten Michael Roth in der Unternehmenszentrale Strabag in Bad Hersfeld. Geschäftsführerin Dr. Marion Henschel hob die Chancen dieser Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und öffentlicher Hand insbesondere in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte hervor.

Die Strabag-Infrastrukturprojekt GmbH ist im April 2012 aus dem mittelständischen Unternehmen Kirchner Holding GmbH hervorgegangen und zählt mittlerweile zum Strabag-Konzern, einem der größten europäischen Bauunternehmen. Vom Stammsitz in Bad Hersfeld aus entwickelt und realisiert das Unternehmen deutschlandweit ÖPP-Projekte im Bau- und Infrastrukturbereich. Dabei übernehmen private Unternehmen das gesamte Leistungsspektrum von der Planung und Finanzierung über den Bau bis hin zu Betrieb und Instandhaltung der Bau- und Infrastrukturprojekte.

Das Bad Hersfelder Unternehmen kann auf eine Vielzahl erfolgreich realisierter Projekte im Verkehrs- und Schulbereich zurückblicken, beispielsweise den Bau und Betrieb von Schulen und Sportstätten sowie Autobahnteilstücken mit einer Streckenlänge von insgesamt 118 Kilometern. Bundestagsabgeordneter Roth zeigte sich im Gespräch offen dafür, Projekten auf der Basis von öffentlich-privaten Partnerschaften künftig mehr Raum zu geben.

„Die Devise ‘Privat statt Staat’ hat für viele Bürger wenig besser, aber vieles schlechter werden lassen“, stellte Roth jedoch fest. Aber angesichts leerer Staatskassen steckten derzeit viele Bau- und Infrastrukturvorhaben fest, weiß der Abgeordnete. Laut einer aktuellen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung klaffe allein in Hessen aktuell eine Finanzlücke von 4,3 Millarden Euro im Verkehrsbereich.

Auch wenn laut Roth ÖPP-Projekte kein generelles Allheilmittel sind, sollte man sich einer Kooperation zwischen öffentlicher und privater Hand nicht verschließen. Es gelte im Einzelfall zu prüfen, inwiefern privates Kapital für die Erfüllung öffentlicher Aufgaben mobilisiert werden kann.

„Gemeinwohlorientierte Politik und das Streben nach Gewinnen bei privaten Inverstoren müssen nicht zwingend einen Zielkonflikt bedeuten. Im besten Fall profitieren von solchen Projekten sowohl die privaten Gesellschafter als auch die öffentliche Hand,“ hebt Roth die Chancen von öffentlich-privaten Partnerschaften hervor. (red/sch)

Kommentare