Von Pressesprechern, grüner Welle und Parolen

Karl Schönholtz

Der Wechsel an der Spitze des Landkreises von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zu Dr. Michael Koch ging zu Beginn dieses Monats wie angekündigt auch mit einem Wechsel in der Leitung Pressestelle einher. Statt Michael Adam wird nur Dirk Michael Herrmann die Medien betreuen und Nachrichten aus der Kreisverwaltung berichten. Adam wurde innerhalb des Amtes einvernehmlich mit einer neuen Aufgabe betraut – und taucht damit von jetzt auf gleich aus der Öffentlichkeit ab, in der sich auch der Pressesprecher neben den Führungskräften des Kreises bewegt.

Ein bisschen persönlicher hätten wir uns diesen Abschied schon gewünscht, denn die HZ-Redaktion hat mit Michael Adam ja viele Jahre zu tun gehabt und zusammengearbeitet – und das in den meisten Fällen auch gut. Aber wir erinnern uns, dass auch beim vorherigen Wechsel von Heiner Paris zu Michael Adam kein Anlass für ein paar persönliche Worte war – ist halt alles nur ein Job, und jeder ist ersetzbar.

Gestern morgen war es wieder so weit: Auf den letzten Drücker unterwegs in die HZ-Redaktion, und natürlich ist ausgerechnet dann jede blöde Ampel rot. Und wieder einmal fragt man sich, warum im Bad Hersfeld des Jahres 2015 nicht so etwas wie eine „grüne Welle“ eingerichtet werden kann. Die gab es mancherorts schließlich schon in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, mit genauer Anzeige an der Ampel, wie schnell man fahren darf, um auch an der nächsten Kreuzung nicht anhalten zu müssen. Ich mutmaße mal, dass Martin Bode, der Chef im Technischen Rathaus, genau erklären kann, warum die Ampelschaltungen im Städtchen so sind, wie sie nun einmal sind. Aber doof ist es trotzdem.

Gerade hat eine Initiative gewarnt, dass es auch in unserem Landkreis einen rechtsradikalen Bodensatz gibt, da wurden in der Nacht zum Donnerstag menschenverachtende Parolen an die Fassade des HZ-Verlagshauses am Schilde-Park geschmiert. Wir haben es in unserer gestrigen Ausgabe nachrichtlich abgehandelt, denn wir möchten der Hetze gegen Flüchtlinge und die Meinungsfreiheit kein großes Forum geben. Stattdessen machen wir weiter unsere Arbeit und berichten sachlich über das Zusammenleben und den Umgang mit Asylbewerbern bei uns. Die Polizei ist auf der Suche nach den feigen Tätern und bittet weiterhin um Hinweise.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, heißt es im Fußball, und das gilt auch für die Bad Hersfelder Festspiele: In der vergangenen Wochen tagte die Festspiel- und Theaterkommission, um gemeinsam mit Intendant Dieter Wedel einerseits auf die gerade beendete Saison 2015 zurückzuschauen und um andererseits auch schon auf das nächste Jahr zu schauen.

Was da genau besprochen wurde, ist offiziell nicht bekannt. Die Sitzung war nicht öffentlich, und ihre Mitglieder unterliegen der Schweigepflicht. Wäre ja auch noch schöner, wenn der Spielplan 2016 herausposaunt würde, bevor der Intendant höchstpersönlich das Programm werbewirksam verkünden kann.

Kommentare