Kreisfeuerwehrverbandstag zieht Bilanz - Hohe Auszeichnung für Weingarten

Preiswerte Brandschützer

Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten wurde beim Kreisfeuerwehrverbandstag in Erkshausen die höchste Auszeichnung des Kurhessisch-Waldeckschen Feuerwehrverbandes zuteil: die Sankt-Florians-Medaille in Gold. Der hauptberufliche Feuerwehrchef des Kreises war mehr als zehn Jahre ehrenamtlich in einer Spitzenposition tätig: stellvertretender Bezirksvorsitzender. Unser Foto zeigt nach der Ehrung (von links) den Feuerwehr-Kreisverbandsvorsitzenden Thomas Specht, den neuen stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Andreas Heupel, Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten, Kreiskassenverwalter Thomas Schneemilch, den neuen Kreisjugendwart Bernd Spoelstra und den stellvertretenden Kreisverbandsvorsitzenden Karl-Heinz Diehl. Fotos: Vöckel

ERKSHAUSEN. „Es gibt nichts günstigeres als eine Freiwillige Feuerwehr.“ Werner Bähr, Vorsitzender des Kurhessisch-Waldeckschen Feuerwehrverbandes, rechnete den Vertretern der Städte und Gemeinden beim Kreisfeuerwehrverbandstag in Erkshausen am Freitagabend die Kosten vor, die eine Kommune durch den ehrenamtlichen Einsatz der Brandschützer einspare.

Sein Beispiel betraf die Stadt Rotenburg. Würde es die Freiwilligen nicht geben, müssten in der Fuldastadt 54 Personen beschäftigt werden, um die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr zu gewährleisten, stellte der Bezirksvorsitzende fest. Diese hauptamtlichen Einsatzkräfte würden die Stadt jährlich mit 2,5 Millionen Euro Personalkosten belasten und den Haushalt sprengen.

Die Wehren pflegen

Bähr bezweifelte zudem, ob Hauptamtliche überhaupt die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist von zehn Minuten einhalten könnten. Um deren Einsatz käme eine Kommune aber nicht herum, wenn es die Freiwilligen nicht geben würde. Der Brandschutz sei schließlich eine Pflichtaufgabe der Städte und Gemeinden. Der Appell des Bezirksvorsitzenden an die Bürgermeister: „Pflegen sie ihre Freiwillige Feuerwehr, damit sie noch lange kostengünstig für die Sicherheit der Bürger sorgen.“

Kernaufgaben

Rotenburgs Bürgermeister Manfred Fehr möchte den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrleute mehr auf seine Kernaufgaben konzentrieren: den Brandschutz. „Die technischen Hilfeleistungen drohen auszuufern. Hier fühlen sich die Einsatzkräfte oftmals missbraucht“, kritisierte der Verwaltungschef.

Es könne zum Beispiel nicht angehen, dass Feuerwehrleute von der Arbeitsstelle weg als Tragekräfte für Krankentransporte angefordert würden. Das entspreche nicht ihrem Auftrag. Betroffene seien dann auch noch empört, wenn die Stadt Rotenburg ihnen solche Einsätze in Rechnung stelle. Fehr forderte eine Änderung der Bestimmungen und gesetzlichen Regelungen.

von Herbert Vöckel

Kommentare