Trockenperiode verschärft die Situation für die Landwirte

Preise für Lebensmittel drohen zu explodieren

Hersfeld-Rotenburg. Getreide, Fleisch, Milch: Die Preise für viele landwirtschaftliche Rohstoffe haben sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Und die Situation könnte sich sogar noch verschärfen, warnen Experten. Neben steigenden Energie-, Düngemittel-, und Saatgutpreisen ächzen die Landwirte vor allem unter der lang anhaltenden Trockenheit. Diese könne zu noch höheren Lebensmittelpreisen führen.

Thilo Frankfurth vom Kreisbauernverband spricht von einer „mittleren Katastrophe“. Die klimabedingten, schlechten Ernten der vergangenen zwei bis drei Jahre hätten die Preise in die Höhe schnellen lassen. Dass die Bauern von höheren Rohstoffpreisen profitieren, sei aber ein Trugschluss: „Mit steigenden Getreidepreisen wachsen die Kosten für Saatgut und Düngemittel.“

Die Landwirte sind derweil starken Marktschwankungen ausgesetzt. 100 Kilogramm Backweizen wurden 2005 an den Märkten beispielsweise noch mit 10,23 Euro gehandelt. Heute kostet die gleiche Menge Getreide 24,70 Euro. Der Preis für 100 Kilogramm Weizensaatgut ist in den vergangenen Jahren von 37 auf 52 Euro gestiegen und der Preis für das Düngemittel Kalk-Amonsalpeter wuchs von 17,55 auf 31 Euro.

Die Agrarmarkt-Informations-GmbH (AMI) bestätigt, dass die enge Marktversorgung, die anhaltende Trockenheit und die kräftig gestiegenen Preise die gesamte Wertschöpfungskette ergriffen hätten. Immer häufiger würden höhere Kosten für Brotweizen, Futtergetreide und Braugerste für den Preisanstieg bei Lebensmitteln verantwortlich gemacht. Die prekäre Lage macht nicht nur den Getreidebauern zu schaffen. Auch die Fleisch- und Milchbauern müssen sich auf hohe Futterkosten und geringere Heu- und Silage-Ernten einstellen. „Der erste Heuschnitt ist wegen der Trockenheit zwei Drittel geringer ausgefallen“, sagt Frankfurth. ZUM TAGE

Von Alia Shuhaiber

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