Beigeisterte Jury zeigte sich großzügig und vergab mehr, als vorgesehen war

Preis-Flut bei der Oper

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Bei der Oper in der Stiftsruine in Bad Hersfeld wurden gestern mehr Preise verliehen als gewöhnlich: Den Orpheuspreis für Nachwuchssänger hatte die Jury kurzerhand verdoppelt und an Teresa Smolnik (links, Rosina in „Der Barbier von Sevilla“) sowie Amber Opheim (rechts, Marie in „Die verkaufte Braut) verliehen. Außerdem gab es spontan und erstmals einen Sonderpreis für eine herausragende Nebenrolle, den Iris Stefanie Maier (Berta im „Barbier) erhielt. Mit dem eigentlichen Opernpreis wurde Riccardo di Francesco für seine Darstellung des Dr. Bartolo im „Barbier“ ausgezeichnet. Den Ensemblepreis vergab die Jury an den Chor aus „Die verkaufte Braut“.

Bad Hersfeld. 100 Silben in fünf Sekunden – mit seinem rekordverdächtigen Auftritt als Dr. Bartolo in Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ überzeugte Bariton Riccardo di Francesco die Opernpreis-Jury, die ihm eine „sängerisch, darstellerisch und an Textverständlichkeit überzeugende Verkörperung“ der schwierigen Rolle attestierte. Der Geehrte bedankte sich prompt bei Dirigent Christoph Sandmann für die präzisen Tempi, die für derartiges gesangliches Schnellfeuer unabdingbar sind.

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Auch eine Nebendarstellerin hatte es dem Gremium aus Journalismus, Musikwissenschaft und Politik angetan, sodass Iris Stefanie Maier für ihren Auftritt als Haushälterin Berta in derselben Oper einen eigentlich nicht vorgesehenen Sonderpreis erhielt. Von einem „stimmlich zirzensischen Kabinettstückchen“ war in der Begründung die Rede, die Dr. Thomas Wurzel von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen verlas.

„Stimmliche Fülle und Reife“ hatten auch dafür gesorgt, dass der Orpheuspreis für Nachwuchssänger gleich zweimal vergeben wurde, und zwar an Teresa Smolnik (Rosina in „Der Barbier von Sevilla“) und Amber Opheim (Marie in „Die verkaufte Braut“).

Den geistlichen Chor „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Heinrich Schütz bekamen die Gäste der Opernpreis-Verleihung zum Auftakt des Festaktes zu hören. Foto: Hartmann

Den Ensemblepreis vergab die Jury an den Chor aus „Die verkaufte Braut“, der sich neben Gesang und Spiel „mit gleichem Feuer zu tanzenden Paaren gruppierte“.

Neben Liedbeiträgen der Preisträger bekam das nicht allzu zahlreich erschienene Publikum beispielsweise die „Barbier“-Ouvertüre, Rokoko-Variationen von Tschaikowsky mit Lydia Keymling am Violoncello und den Chor „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Heinrich Schütz zu hören.

Von Karl Schönholtz

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