Ferienzeit ließ Zahl der Spender schrumpfen – Nachfrage gestiegen

Prachtwetter trocknet die Blutbanken aus

Hersfeld-Rotenburg. Das Prachtwetter hat nicht nur die Böden ausgedörrt, sondern auch die Vorräte an Spenderblut trockengelegt.

„Unsere Lager sind leer“, sagt Stefanie Fritzsche vom Blutspendedienst Hessen-Baden-Württemberg in Frankfurt.

Das zeitige Frühjahr und die späten Osterferien hätten dazu beigetragen, dass beim DRK-Blutspendedienst die Vorräte erschöpft seien.

Das gelte für alle Blutgruppen. Zwar sei es noch nicht so, dass Operationen verschoben werden müssten. Dennoch  öffne sich die Schere zwischen Nachfrage und Angebot. Die Ferien- und Reisezeit sowie die sommerlichen Temperaturen hätten dazu geführt, dass die Zahl der Spender um 15 Prozent zurück gegangen sei, so Fritzsche. Gleichzeitig steige auch die Nachfrage nach Blutplasma-Produkten, wenn die Menschen auf Reisen gehen oder sich in Freizeitaktivitäten wie Mountainbiken oder Motorradfahren stürzen, erklärt Professor Dr. Markus Horn, der Ärztliche Direktor des Klinikums Bad Hersfeld. Momentan sei das Depot der Blutksonserven noch gefüllt. „Es gibt keinen Grund zur Alarmstimmung“, versichert Horn. Unfälle stocken den Bedarf rapide auf, denn bei schweren inneren Verletzungen werden allein für einen Patienten 50 Konserven benötigt. Der OP-Plan in Bad Hersfeld sei jedoch bisher nicht gefährdet. Um fünf Prozent ging die gelieferte Menge von A positiv und 0 positiv im Labor zurück.

Besonderen Anteil daran, dass die Lage stabil ist, haben nach Auskunft von DRK-Werbereferent Udo Sauer die Spenderinnen und Spender in unserem ländlichen Raum. „Die Spendenbereitschaft ist hier generell höher als in den südlichen Ballungsgebiete“, attestiert Sauer mit Blick auf die DRK-Kreisverbände Hersfeld und Rotenburg. Dennoch diagnostiziert Sauer „eine leichte Spenden-Verdrossenheit.“ ZUM TAGE/HINTERGRUND

Von Kurt Hornickel

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