Montagsinterview: Der zweifache Comedy-Preisträger Hans-Werner Olm verspricht beste Unterhaltung – auch in Bad Hersfeld

Powerfrauen: Lena löst Luise Koschinsky ab

Live und ungeschminkt: Hans-Werner Olm will bei seinem Auftritt in Bad Hersfeld in viele verschiedene Rollen schlüpfen. Foto: nh

Bad Hersfeld. Vollblutkomiker Hans-Werner Olm (55) wollte eigentlich am Dienstag, 25. Januar, ab 20 Uhr mit seinem neuen Programm „Vollgas im Leerlauf“ in der Bad Hersfelder Stadthalle auftreten. Der Termin wurde wegen eines Fernsehauftritts auf den 22. März verschoben. Wir haben schon jetzt mit ihm über die Show und seine mehr als 30-jährige Bühnenerfahrung gesprochen.

Bei Darmkrebs hört bei Luise Koschinsky der Spaß auf, wo bei Hans-Werner Olm?

Hans-Werner Olm: Eigentlich gibt es keine Grenzen im Humorbereich. Wenn man eine gewisse Distanz zu den Dingen hat, stellt sich die Ernsthaftigkeit automatisch ein – auch über den Humor. Luise Koschinsky habe ich für mich als wunderbare Figur gefunden, da sie ein breites Publikum anspricht und ich dementsprechend auch sehr werbewirksam für diese Sache eintreten konnte.

Warum haben Sie bei dieser Kampagne mitgemacht?

Olm: Wenn man in der Öffentlichkeit steht, hat man diesen kleinen gesellschaftlichen Auftrag, dann auch etwas Gutes zu tun.

Haben wir in Deutschland mittlerweile nicht zu viele Kabarettisten?

Olm: Es gibt ‘ne Menge und die Leute haben eine große Auswahl, sich da etwas auszusuchen. Sicherlich leidet die Qualität da ein bisschen drunter. Aber das ist der Lauf der Zeit. Es gibt zu viele Autos, es gibt zu viele doofe Politiker, es gibt zu viele Geschlechtskrankheiten...

Und es gibt zu viele Menschen, die komisch sein wollen...

Olm: Für das Publikum ist das natürlich toll. Intern ist es natürlich blöd, wenn sich eine Million Komiker nur 1000 Hallen teilen können, das heißt, sie treten in einer Stadt auf und im Umkreis von zwei Kilometern sind noch 20 andere Komiker. Da ist es immer schön, dass die Zuschauer auswählen können. Und meist geht es da nach dem Popularitätswert. Da spielt das Fernsehen natürlich eine große Rolle, da es ein Multiplikator ist.

Also doch zu viel Masse statt Klasse?

Olm: Man muss gut sein und den Nerv der Zeit treffen – das, was die Leute hören wollen.

Treffen Sie diesen Nerv nach mehr als 30 Bühnenjahren noch immer?

Olm: Für mich denke ich schon, dass es so ist. Und das Publikum kommt auch noch, also kann ich so viel nicht falsch machen. Von daher glaube ich schon, dass ich immer noch richtig liege.

Haben Sie als gelernter Konditor noch irgendein kabarettistisches Sahnestück im Kühlschrank?

Olm: Das habe ich. Die Vorlage hat unsere Powerfrau Lena mit ihrem Erfolg beim Grand-Prix gegeben. Sie hat einen Song gemacht, der so dasteht, dass ihn sämtliche Rockgruppen und Performer haben wollen. Ich parodiere ihn auf der Bühne als Bee Gees, als Rammstein, als Robin Williams etc.

Wie sieht es denn mit der anderen Powerfrau aus: Luise Koschinsky. Ist sie in Bad Hersfeld auch dabei?

Olm: Nein, Luise hatte so viel Erfolg, dass sie sich jetzt erst einmal zurückgezogen hat. Sie lebt am Kaspischen Meer und hat einen irakischen Ölmagnaten kennengelernt. Mit ihren Maßen 110-110-111 hat sie natürlich alle Chancen. Luise ist ja nun mal die erste Emanzen-Power-Frau, die man sich überhaupt vorstellen kann. Sie wird vielleicht im nächsten Jahr wieder auftauchen, aber im aktuellen Programm kommt sie nicht vor.

Was ist dann das Highlight Ihrer neuen Bühnenshow?

Olm: Der multiple Olm, der es dann schafft, aus seiner eigenen Figur in die verschiedenen Charaktere hineinzugehen und die Botschaft über die Rampe zu bringen.

Sie sind ja nun auch nicht mehr der Jüngste. Wie erholen Sie sich nach Auftritten?

Olm: Ich habe eine ganz persönliche eigene Art zu relaxen, die verrate ich aber hier nicht, bringt auch nicht viel (lacht). Ausruhen, entspannen und einfach der Normalität wieder ein Stück entgegengehen und sagen, Telefon aus, Computer aus, alles weg – zack – ich bin 14 Tage nicht zu erreichen.

Finden Sie denn als älterer Mensch Bad Hersfeld überhaupt?

Olm: Ich denke, dass die A 7 immer noch eine gute Möglichkeit bietet, Bad Hersfeld in irgendeiner Form zu erreichen, wenn man die Kasseler Berge hinter sich hat und dann irgendwie an das Eck kommt, wo man dann schon Richtung Hessen kann. Hersfeld ist doch das Kreuz mit der herrlichen Lkw-Raststätte, da werde ich wieder meinen Kaffee trinken.

Und dann sind Sie auch schon in Hessen...

Olm: Bin ich da schon in Hessen? Ist Hersfeld Hessen?

Ich glaube schon...

Olm: Ja gut, dann bin ich mal wieder in Hessen zu Gast. Ist doch Klasse da unten. Ich dachte, das wäre noch Nordrhein-Westfalen. Hersfeld wird also eine wunderbare Sache, weil ich da noch nie war.

Von Mario Reymond

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