Verbundausbildung nicht auf Hilfe angewiesen

Posch fördert lieber die Hauptschüler

Elke Künholz (SPD)

Wiesbaden. „Das Land macht keine Abstriche an seinem Ziel, allen Jugendlichen, die es wünschen, eine Berufsausbildung im dualen System zu ermöglichen. Da sich aber der Ausbildungsmarkt grundlegend gewandelt hat, müssen wir unsere Förderprogramme darauf ausrichten.“ Mit diesen Worten weist der Hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch die Kritik an der Einstellung der Förderung von Ausbildungsverbünden zurück.

Wenn Angebot und Nachfrage weitgehend ausgeglichen seien und Stellen sogar schon unbesetzt blieben, könne es nicht mehr darum gehen, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen, sondern die Jugendlichen müssten besser auf die Arbeitswelt vorbereitet werden, meinte Posch.

Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (SPD) hatte Anfang dieser Woche die Streichung der Zuschüsse für die kreiseigene Initiative „Pro Job“ (Ausbildung in Partnerschaften) kritisiert. Diese Entscheidung schwäche den ländlichen Raum und fördere den Fachkräftemangel.

Diesen Vorwurf will der liberale Minister Posch nicht auf sich sitzen lassen. Ausbildungsverbünde seien nicht zwingend auf staatliche Hilfe angewiesen, kontert Posch. „Das Programm wurde nicht aus Willkür eingestellt, sondern wegen struktureller Veränderungen des Ausbildungsmarktes. Hinzu kommt, dass die Hälfte der Fördermittel bisher aus dem Europäischen Sozialfonds bezahlt wurde, der jedoch erschöpft ist.“ Wie der Minister weiter erklärt, konzentriert sich die Förderung künftig auf Maßnahmen zur Berufsorientierung, zur Optimierung des Übergangs von der Schule in den Beruf, zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen und zur verstärkten Gewinnung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund für eine duale Berufsausbildung.

Neues Programm

„Wichtig ist es jetzt, die Zielgruppe der Hauptschüler zu fördern, damit diese auch zur künftig erforderlichen Fachkräftesicherung bereitstehen. Dafür haben wir das neue Programm „Ausbildungsstellen für Hauptschüler“ aufgelegt“, sagt Posch. Das Programm sieht Zuschüsse für Arbeitgeber vor, die bis Ende März eines Jahres betriebliche Ausbildungsverträge mit Jugendlichen abschließen, die höchstens einen Hauptschulabschluss erlangen. (kh/red)

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