Schnellzeichner Luff war die Attraktion des Karikaturisten-Frühschoppens

Porträts im Minutentakt

Porträts am laufenden Band: Mit wenigen, gezielten Strichen bannte Karikaturist Rolf Henn, Künstlername Luff, gestern in der Galerie im Stift die typischen Züge seiner Modelle aufs Papier. Hier zeichnet er gerade die zwölfjährige Rieke Warzog.

Bad hersfeld. Schlange standen gestern die Menschen in der Galerie im Stift im Erdgeschoss des städtischen Museums, um sich vom Karikaturisten Rolf Henn alias Luff mit wenigen markanten Strichen zeichnen zu lassen.

Henns Einsatz war die Attraktion des Karikaturisten-Frühschoppens, zu dem die Bilder der laufenden Ausstellung „Tatort Familie“ die passende Kulisse lieferten. Ein bis zwei Minuten brauchte der Profi mit dem Kohlestift, um seinen erfreuten Modellen das fertige Porträt in die Hand zu drücken – der fast 90-jährigen Erika Grabe vom Vorstand des Museums-Fördervereins ebenso wie Stadträtin Birgit zum Winkel und den vielen anderen Besuchern, die seine Staffelei umlagerten, während Helgo Hahn nostalgische Melodien auf dem Klavier spielte.

Prof. Walther Keim, Karikaturensammler und -kenner aus dem Nachbarkreis, hatte Luff zu Beginn der Veranstaltung als guten Freund vorgestellt, dessen aktuelle Zeichnungen in rund einem Dutzend deutscher Tageszeitungen erscheinen und dessen Jahrbuch mit gesammelten Werken aus 2011 gerade auf den Markt gekommen ist.

Politiker-Raten

Zur Einstimmung übte der Zeichner dann mit dem geneigten Publikum eine Runde heiteres Politiker-Raten, ließ die deutsche Parteien- und Regierungsprominenz gewissermaßen aus dem Handgelenk auf seinem Block erscheinen, begleitet von selbst geschmiedeten Versen.

Das hörte sich etwa so an: „Die Stirn steigt hoch, die weiße Bürste oben drauf, es dringt ein strenger Lehrerblick durchs Glas und auf die Politik.“ Und schon war Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann aufs Papier geworfen, der gestern der Volksabstimmung über den Stuttgarter Super-Bahnhof entgegenfieberte.

Natürlich konnte Luff auch die Kanzlerin und ihren Vorgänger Gerhard Schröder und sogar Guido Westerwelle, obwohl der sich weder durch eine Knollennase noch durch eine Igelfrisur oder ein markantes Kinn auszeichnet.

Von Peter Lenz

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