Volkszählungsbriefe sollen frankiert werden, die Post befördert aber auch ohne Marke

Porto drauf – oder nicht?

Uwe Koch verzichtet aufs Frankieren: Die wollen ja was von uns, sagt er. Die Mitarbeiter in der Postagentur durften wir nicht fotografieren. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Hersfeld-Rotenburg. Eine Briefmarke draufkleben oder es lassen? Diese Frage stellen sich viele bei der Abgabe ihrer Antwort zur Volkszählung: Je nach Postagentur kann die Auskunft ganz unterschiedlich ausfallen. Mitarbeiter der Agenturen, die ihrerseits bei der Post nachhaken, bekommen ebenso unterschiedliche Auskünfte.

Verunsicherung herrscht deshalb in manchen Postagenturen. „Ich habe frankiert, so wie es ja auch auf dem Brief draufsteht“, sagt eine Postkundin, die wegen 1,45 Euro keinen Aufstand proben will. „Was ist jetzt richtig?“, fragt ein älterer Herr, der sich das Porto gerne sparen möchte. „Davon kann ich mir ein Eis kaufen“, freut sich ein anderer, dass der Brief offenbar nicht freigemacht werden muss. Manche fürchten aber auch, Ärger zu bekommen, nachzahlen und Strafgebühr drauflegen zu müssen.

Tatsache ist, dass auch nicht frankierte Briefe befördert werden. Das regeln nämlich die AGBs, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Post AG. Die wiederum holt sich dann das Porto beim Empfänger. Alexander Böhm, Pressesprecher der Post AG erklärt, Briefe müssten generell freigemacht werden, würden aber auch ohne Porto befördert. Schaltermitarbeiter sollten Kunden darauf hinweisen, dass die Zensus-Briefe frankiert werden sollten. „Die Steuererklärung ans Finanzamt schicken Sie ja auch frei“, sagt Böhm. Die Empfehlung sei deshalb: Freimachen.

Wer den Brief ohne Porto auf die Reise schicke, habe aber auch nichts zu befürchten: Ein Absender ist ja nicht vermerkt. Freigemacht oder nicht: „Wir stellen zu, so oder so“, sagt Böhm.

Strichcode gibt Auskunft

Doch wer zahlt am Ende die Beförderung? Auf den Briefen sieht man im Adressfenster einen Strichcode und den Aufdruck „Response Plus“, erläutert Alexander Böhm. Über diesen Code ermittelt die Post die Zahl der nicht frankierten Zensus-Briefe. Die Kosten für das Porto stelle die Post dann gesammelt dem Statistischen Landesamt in Rechnung, aber keine Nachgebühr, erklärte der Pressesprecher.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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