Konsumenten werden immer jünger – Spätfolgen nicht absehbar

Polizei warnt: Weiche Drogen werden härter

Hersfeld-Rotenburg. Joints werden immer gefährlicher. Und ihre Konsumenten werden jünger. Diese Entwicklung beobachtet die Polizei im Kreis. „Bei Routine-Kontrollen im Straßenverkehr stellen wir immer häufiger illegale Drogen im Urin fest“, sagt Polizeisprecher Manfred Knoch. Oft aber würden Jugendliche den ersten Joint rauchen, bevor die Polizei sie aus dem Verkehr ziehen kann: Mit 14 bis 16 Jahren.

Cannabis ist laut Polizei die beliebteste Einstiegsdroge. Ein Drittel der 12- bis 25-Jährigen haben mindestens einmal Cannabis konsumiert - das berichtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Cannabis galt langjährig als weiche Droge“, erklärt Dieter Röbig, der bis Dezember 2010 das hiesige Rauschgiftkommissariat leitete, doch vermehrt beschlagnahmt die Polizei Haschisch und Marihuana mit gefährlich hohem Wirkstoffgehalt aus professionellem Indoor-Anbau.

Die Spätfolgen eines frühen Konsums sind derzeit nicht absehbar, sagt Knoch: „Das Gehirn befindet sich noch im Wachstum.“ Auch sogenannte Partydrogen aus synthetischen Stoffen werden beliebter. Bei harten Drogen wie Heroin und Kokain hingegen registriert die Polizei, dass Handel und Konsum abnehmen. 7,6 Prozent aller Straftaten im Kreis sind Rauschgiftdelikte. Die Polizei zählte im Vorjahr 493 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz – dazu gehören der Handel mit illegalen Drogen genauso wie ihr Erwerb, Besitz oder Anbau.

„Hier haben wir noch keinen Dealer gestellt, der Anzug trägt“, sagt Röbig. Anders als in Großstädten gebe es in Hersfeld-Rotenburg keinen offenen Handel im großen Stil. „Verkauft werden Betäubungsmittel eher im privaten Bereich - unter einem kleinen Kreis, der sich vertraut“, sagt Röbig, „fallweise in Discotheken oder Spielhallen“.

Prävention an den Schulen ist laut Knoch erfolgreich: „Die Zusammenarbeit ist konstruktiv“. Zum Tage, seite 2

Von Pia Schleichert

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