Bei Übelkeit auf der Party Freunde um Hilfe bitten

Polizei-Tipp zu K.O.-Tropfen

Straftäter setzen immer öfter K.O.-Tropfen ein, um Straftaten begehen zu können. Es handelt sich dabei um chemische Substanzen, die dem Opfer unbemerkt verabreicht werden, um es in einen willen- und hilflos zu machen. Der Täter nutzt das aus, um das Opfer zum Beispiel auszurauben oder zu vergewaltigen.

Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizei Bad Hersfeld und Leiter der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle gibt wichtige Sicherheitshinweise.

Wie kann ich mich schützen?

Leider gibt es keinen absoluten Schutz. Das Risiko, Opfer zu werden, lässt sich zumindest reduzieren, indem Sie auf Ihr eigenes Getränk achten. Wenn Sie Zweifel haben, ob das Getränk sauber ist, lassen Sie es stehen. Sprechen Sie andere Personen, bevorzugt Freunde an, wenn Ihnen plötzlich übel oder unwohl wird oder Ihnen schwindelig ist. Verlassen Sie die Diskothek, Kneipe oder Party zusammen mit guten Freunden. Seien Sie vorsichtig, wenn Fremde Ihnen anbieten, Sie nach Hause zu bringen. 

Bin ich Opfer von K.O.- Tropfen geworden ? 

 Wenn Sie das diffuse Gefühl haben, Opfer einer Straftat unter dem Einfluss von K.O.-Tropfen geworden zu sein, stellen Sie sich folgende Fragen:
• Haben Sie Erinnerungsstörungen oder ist Ihre Erinnerung schlagartig abgebrochen („Filmriss“)?
• Haben Sie vor dem „Filmriss“ unerklärbare Symptome wahrgenommen (Reglosigkeit, Willenlosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Wahrnehmungsstörungen, das Gefühl, wie in Watte gepackt zu sein)?
• Zweifeln Sie, dass diese Gefühle von Alkohol hervorgerufen worden sein könnten? Haben Sie Alkohol getrunken? Haben Sie Drogen oder Medikamente genommen? Wenn ja, wann und wie viele?
• Haben Sie Ihr Getränk oder Ihre Speise unbeaufsichtigt gelassen?
• Haben Sie an Ihrem Getränk oder Ihrer Speise einen veränderten Geschmack wahrgenommen?
• Leiden Sie im Nachhinein unter Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Muskelkrämpfen oder Verwirrtheit?
• Haben Sie unerklärbare Verletzungen - allgemein oder im Intimbereich? Eine endgültige Bestätigung gibt es nur über eine Blut- oder Urinprobe. Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt.

Wie können K.O.-Tropfennachgewiesen werden?

Substanzen wie GHB/GBL sind im Blut bis zu sechs Stunden und im Urin bis zu zwölf Stunden nach dem Konsum nachweisbar. Generell sollten Ärzte bei jedem Verdacht so zeitnah wie möglich Blut- und Urinproben nehmen, aber auch dann, wenn mehr Zeit vergangen ist.

Soll ich den oder die Täter anzeigen?

Selbstverständlich ist die Begehung von Raub- und Sexualdelikten mithilfe der K.O.-Tropfen, aber auch die bloße Verabreichung der Substanzen strafbar. Selbst der Besitz der K.O.-Tropfen ist bereits vielfach nach dem Betäubungsmittelgesetz strafbar.

Polizei und Staatsanwaltschaft sind dabei auf Ihre Anzeige angewiesen, um ermitteln zu können. Eine Anzeige ist auch möglich, wenn Sie den Täter nicht kennen.
Mehr Infos: Ratsuchende Eltern könne sich unter der kostenlosen Rufnummer 0800/ 1110550 an das anonyme Elterntelefon wenden. Das Kinder- und Jugendtelefon ist anonym und kostenfrei unter 0800/1110333 zu erreichen

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