20 Tonnen Zahnpasta sorgen für Schieflage

Polizei stoppt schrottreifen Laster auf Autobahnrastplatz bei Alsfeld

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ALSFELD. Einen schrottreifem Oldtimer-Sattelzug mit verrutschter tonnenschwerer Zahnpasta-Ladung hat die Autobahnpolizei Bad Hersfeld am Montag auf dem Parkplatzgelände der Rastanlage Berfa bei Alsfeld gestoppt.

Bei der genaueren Kontrolle des Gespanns mit polnischer Zulassung traten schwerwiegende technische Mängel am Sattelauflieger zu Tage, teilte die Polizei am Mittwochvormittag mit. Wie sich nach Öffnung der Planen des Anhängers herausstellte, waren auch die geladenen 66 Paletten mit insgesamt über 20 Tonnen Zahnpasta, nahezu ungesichert befördert worden.

„Die Ladung war auf dem schiefliegenden Anhänger verrutscht und drückte in die unterdimensionierten Planenaufbauten des älteren Transportfahrzeuges“, sagte Polizeioberkommissar Mario Döring von der Autobahnstation Bad Hersfeld. Eine vorschriftsmäßige Sicherung der Zahnpastatuben sei nicht möglich gewesen, da diese „weiche Ladung“ bei Aufbringung der erforderlichen Sicherungskräfte zerstört worden wäre.

Weil die Beamten wegen mehrerer erkennbarer technischer Mängel die Verkehrssicherheit des kontrollierten Sattelzuges anzweifelten, bestellten sie einen unabhängigen Verkehrsgutachter. Dieser sollte beurteilen, ob die um Weiterfahrt gestattet werden könne. Der Gutachter stellte zahlreiche technische Mängel an dem Anhänger fest. So erkannte er einen Defekt an der Druckluftförderanlage, Beschädigungen an der Luftfederung und ausgeschlagene Stoßdämpfer. Zudem waren mehrere Bremsbeläge bis unter die Verschleißgrenze abgefahren.

Die für die beförderte Ladung bereits an sich unterdimensionierten Aufbauten des Sattelaufliegers waren zusätzlich rundum beschädigt. Die Planen waren gerissen, und die Hecktüren ließen sich nicht mehr richtig schließen. Der Ladeboden wies starke Risse auf, und auch die darunter befindlichen Querträger aus Stahl waren zum Teil gebrochen. Die seitlichen Zuhaltungen für die Plane waren teils beschädigt beziehungsweise fehlten ganz.

Ein Herabfallen der Ladung konnte der Gutachter unter den gegebenen Umständen nicht ausschließen. Daher untersagte die Polizei die Weiterfahrt und ordnete eine vollständige Entladung des Transportes vor Ort an.

Die Beamten regten gegen den Halter bei der Zentralen Bußgeldstelle Kassel ein Verfahren zur Gewinnabschöpfung an. Die Bußgeldstelle kann unter bestimmten Voraussetzungen das gesamte Transportentgelt einfordern. Im vorliegenden Fall bewegte sich der Betrag laut Polizei im deutlich vierstelligen Bereich. (red/rey)

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