Vermisste und Straftäter werden im sozialen Netzwerk gesucht

Polizei nutzt Facebook bei ihren Ermittlungen

Hersfeld-Rotenburg. Die Entwicklung des größten sozialen Netzwerkes der Welt im Internet, Facebook, hat eine neue Dimension erreicht: Inzwischen nutzt die Polizei bei der Öffentlichkeitsfahndung nach Vermissten und Kapitalverbrechern die Stärke der riesigen Gemeinschaft. Allein in Deutschland nutzen 20 Millionen Menschen Facebook derzeit, um Nachrichten oder Bilder miteinander auszutauschen.

Kürzlich wurde in Frankfurt nach einer Disko-Schlägerei mit tödlichem Ausgang ein Aufruf nach Zeugen gestartet – erstmals in der Geschichte der Hessischen Polizei. Einige Zeugen meldeten sich. Der Erfolg wurde allerdings dadurch getrübt, dass die vollständigen Namen zweier Zeugen auf der Facebook-Seite zu sehen waren.

Während die Polizei in Frankfurt keine Panne darin sieht, da die Daten nach 30 Minuten wieder von der Seite entfernt wurden, empfindet Ulrike Müller dies zumindest als „verbesserungswürdig“. Die Pressesprecherin des hessischen Datenschutzbeauftragten sagt aber auch, dass die Nutzung von Facebook durch die Polizei bei Kapitalverbrechen „eine sinnvolle Methode sein kann“. Nur so könne man eine bestimmte Bevölkerungsgruppe erreichen.

Auch der Polizei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg habe die Internetplattform Facebook bereits in manchen Ermittlungen weitergeholfen, erklärt Sprecher Manfred Knoch. Doch auch im Zeitalter der „neuen Medien“ stehe der Personen- sowie der Datenschutz an erster Stelle. „Informationen werden vor der Veröffentlichung mehrfach geprüft.“ Hierbei gelten je nach Einzelfall rechtliche Vorschriften.

Bei der Veröffentlichung persönlicher Daten in sozialen Netzwerken sei generell äußerste Vorsicht geboten. „Vor allem Jugendliche sollten sich gut überlegen, was sie über sich und andere preisgeben. Eltern sollten das auch kontrollieren“, gibt Knoch zu bedenken.

Von Nicolai Ulbrich und Nina Skrzyszowski

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