Unrechtsbewusstsein fehlt – Weniger Unfälle auf den Autobahnen in Osthessen

Polizei hofft auf mehr Vernunft

Stellten gemeinsam mit den Kollegen den Verkehrsbericht 2012 vor: Alfons G. Hoff, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Osthessen (vorn links), und Klaus Wittich als Leiter der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg (vorn rechts). Foto: Maaz

Hersfeld-Rotenburg. Bei aller Statistik kam bei der Vorstellung des Verkehrsberichts 2012 gestern auch der Appell an die Vernunft nicht zu kurz. Alfons G. Hoff, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Osthessen für die Kreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg, mahnte die „mangelnde Verkehrsmoral“ vieler Menschen an.

„Autofahren kann auch gefährlich sein, das muss man sich bewusst machen. Schließlich bewegen wir mehrere Tonnen“, so Hoff. Egal ob es um angepasste Geschwindigkeit oder ausreichend Abstand zum Vordermann gehe, es sei schwierig, „das in manche Köpfe zu kriegen.“ Dem konnten seine Kollegen Klaus Wittich, Leiter der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg, oder Jörg Stein, Leiter der Polizeistation Bad Hersfeld, nur beipflichten. Auf der B 27 zum Beispiel erlebe man zu häufig „hanebüchene“ Situationen.

Fehlendes Unrechtsbewusstsein zeige sich denn auch in den vielen Unfallfluchten, dabei hätten die Verursacher höchstens etwas mehr Versicherungsbeiträge zu zahlen, Unfallflucht hingegen könne ein Strafverfahren zur Folge haben.

Sehr positiv haben sich laut aktuellem Bericht die Unfallzahlen auf den Autobahnen im Bereich Osthessen entwickelt. Während 2011 noch 2580 Unfälle zu beklagen gewesen seien, waren es 2012 insgesamt 2400. Das ist der niedrigste Stand seit sieben Jahren. Dies sei vermutlich auch auf den Rückgang der Baumaßnahmen auf der A 5 im Bereich Homberg/Ohm und die Fertigstellung des Bauabschnitts auf der A 4 zwischen Bad Hersfeld und dem Kirchheimer Dreieck zurückzuführen.

Die Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der auf den Autobahnen Verunglückten wider, die 2012 auf 377 zurückging (2011: 440). Getötet wurden fünf Verkehrsteilnehmer bei Autobahnunfällen, im Jahr zuvor waren es sieben. Leicht gestiegen ist hingegen die Zahl der Schwerverletzten.

Auch auf den Autobahnen kam es vermehrt zu Wildunfällen: 2011 waren es 156, im vergangenen Jahr immerhin 224. (nm) Hintergrund

Kommentare