Carolin Bartz und Julia Schütz nahmen am Schülerplanspiel United Nations teil

Politik ist ihr Ding

Carolin Bartz (links) und Julia Schütz waren beim Schülerplanspiel United Nations (SPUN) dabei und repräsentierten die Ukraine. Im nächsten Jahr wollen sie wieder mitmachen. Außerdem wünschen sie sich eine SPUN-AG an der Schule. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Für Politik interessieren sich Carolin Bartz (17) und Julia Schütz (18) sowieso, im Sommer konnten sie internationale Politluft schnuppern – beim Schülerplanspiel United Nations (SPUN) in Bonn.

Gemeinsam mit rund 200 anderen Schülern gymnasialer Oberstufen simulierten sie dort fünf Tage lang den Alltag der Vereinten Nationen und lernten die Arbeit der UNO kennen. Die jungen Teilnehmer traten als Delegierte der Mitgliedstaaten auf und diskutierten in verschiedenen Gremien aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen.

Carolin Bartz und Julia Schütz, die beide die 13. Klasse am Obersberg besuchen, repräsentierten die Ukraine. Während Bartz dem Menschenrechtsrat angehörte, saß Schütz im Wirtschafts- und Sozialrat.

Auf die Idee, an dem Schülerplanspiel teilzunehmen, war Julia Schütz gekommen, als sie eine Freundin aus Norwegen besuchte, die bei einem solchen Projekt schon dabei gewesen war. „Das hat mich interessiert und ich habe sofort nachgeschaut, ob es das auch in Deutschland gibt“, berichtet sie. „Und ich wusste, dass Caro da bestimmt auch mitmacht“, fügt sie lachend hinzu.

Motivation und Vorbereitung

Für Carolin Bartz sind politischen Diskussionen kein Neuland, sie ist Kreisschulsprecherin und als stellvertretende Landesschulvertreterin auch in vielen Sitzungen zur Schulpolitik dabei.

Also bewarben sich die Schülerinnen unter anderem mit einem Motivationsschreiben und wenig später kamen die Zusage und erste Informationen für die weitere Vorbereitung. Dass ihr Land ausgerechnet die Ukraine sein sollte, die später unter anderem wegen der Timoschenko-Affäre für Negativschlagzeilen sorgte, war eher ein Zufall.

„Weil wir zu zweit waren, haben wir ein Land gesucht, das in zwei Ausschüssen vertreten war“, erklären die Schülerinnen. Zu Auswahl standen damit nur wenige Länder, und die Wahl fiel schließlich auf die Ukraine. „Und die kam plötzlich in die Medien...“, schmunzeln sie. „Wir hatten schon etwas Angst, deshalb fertig gemacht zu werden.“ Es sei auch nicht einfach gewesen, Positionen zu vertreten, die einem eigentlich fremd sind, etwa beim Thema Korruption.

Bei allen Diskussionen des Planspiels galten allerdings strenge Regeln – neben der korrekten Ansprache der politischen Kollegen war ordentliche Businesskleidung gefragt. Das sei zwar ungewohnt gewesen, aber auch interessant. „Kleider machen Leute“, hat Julia Schütz festgestellt.

Überhaupt sei auf einem sehr hohen Niveau und äußerst professionell diskutiert worden. Beim nächsten „SPUN“ wollen die Schülerinnen wieder dabei sein, dann aber ein größeres Land vertreten und mit weiteren Delegierten anreisen.

In der Schule würden sie außerdem gerne eine SPUN-AG einführen, in der über aktuelle internationale Themen diskutiert werden kann. Die Jugendlichen finden es „erschreckend, wie wenig manche Menschen über die aktuelle Politik informiert sind“.

Nach der Schule wollen Carolin Bartz und Julia Schütz Jura studieren, beide können sich vorstellen, beruflich in die Politik zu gehen.

Von Nadine Maaz

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