Landtagswahl 2013: Jörg Brand tritt als Direktkandidat für die Freien Wähler an

Politik für die Bürger

Jörg Brand mit seiner Lebensgefährtin Tanja Heckeroth auf dem Balkon ihrer umgebauten Scheune mit Blick auf das alte Rathaus von Bebra. Foto: Struthoff

Bebra. Jörg Brand will nicht nur auf der Couch sitzen und meckern. Er will sich einbringen. Deshalb engagiert er sich seit 23 Jahren in der Kommunalpolitik. Erst bei FDP und CDU, inzwischen bei den Freien Wählern. „Die etablierten Parteien vergessen die Bürger und verfolgen nur ihre eigenen Interessen“, kritisiert Brand, der sich selbst als wertkonservativ aber auch sehr sozial bezeichnet.

Brand lebt in einer umgebauten alten Scheune direkt gegenüber dem alten Rathaus von Bebra. Hinter seinem gemütlichen Heim plätschert der Fluss vorbei, im Wintergarten bollert ein Feuer im Kamin. Obwohl er in Bebra lebt, tritt Brand in Absprache mit seinen Parteifreunden im Wahlkreis 11 (Hersfeld) für die Landtagswahl an. „Meine Familie stammt aus Ersrode, ich fühle mich beiden Kreisteilen verbunden“, sagt Brand, der hauptberuflich bei Hessen Mobil in Eschwege arbeitet und dort für den Straßen und Brückenbau zuständig ist.

Windpark gegen Bürgerwillen

„Diese Arbeit macht mir absolut Spaß, ich habe viel Kontakt zu Menschen“, sagt er. Trotzdem will er in den Landtag, um dort „Politik für die Bürger“ zu machen. Zu seinen Zielen gehört es, das Fördergefälle zwischen Thüringen und Hessen zu beenden, dessen negative Auswirkungen für die Region er zum Beispiel an der Verlagerung des Kali-Forschungsinstituts nach Unterbreizbach festmacht.

Er will durch eine bessere Verkehrspolitik auch mehr Firmen in unserer Region ansiedeln. Und Brand tritt für eine Energiewende „zusammen mit den Bürgern und nicht gegen sie“ ein. Als Negativbespiel nennt er hier die Pläne, einen Windpark auf dem Wehneberg gegen den Bürgerwillen anzusiedeln.

Genauso tritt er für eine Erdverkabelung der 380-kV-Trasse Wahle-Mecklar im Siedlungsbereich ein. „Wir müssen die Bürger schützen, wenn Orte betroffen sind“, sagt Brand. Er nimmt für sich in Anspruch, die Probleme mit der Starkstromtrasse überhaupt ins Kreisparlament gebracht zu haben.

Ebendort, im Kreistag, fällt Brand oft dadurch auf, dass er einen weiten Bogen von der Region zu globalen Themen spannt – und das manchmal recht hitzig. „Ich bin eben ein gradliniger und manchmal auch ungeduldiger Mensch“, räumt er ein. Doch alle politischen Entscheidungen, etwa zur Euro-Krise, hätten auch Auswirkungen auf die Region.

Deshalb plädiert er dafür, Schuldenstaaten aus dem Euro zu entlassen, bevor diese „uns in den Abgrund reißen“. Besser wäre eine Art Marshall-Plan, bei dem die Hilfe für die Menschen und nicht die Rettung von Banken im Vordergrund steht.

Brand weiß, dass es für ihn schwer werden dürfte, ein Direktmandat für Wiesbaden zu erreichen. „Egal wie die Wahl ausgeht, ich werde engagiert weiter machen, denn Politik macht mir einfach viel Spaß“.

Von Kai A. Struthoff

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