Unvorhergesehenes Problem bei neuer Wohnanlage am Frauentor in Bad Hersfeld

Plötzlich war’s ein Denkmal

So könnte sich die neue Wohnanlage in die Häuserzeile der Oberen Frauenstraße einfügen. Rechts ist das denkmalgeschützte Gaststättengebäude zu sehen, das mit diesem Vorhaben saniert werden soll. Copyright: Architekturbüro Norbert J. Klos, Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Der Architekt hat gezeichnet, der Investor steht bereit, und die Stadtpolitik ist angetan – eigentlich steht dem Bau einer Wohnanlage am Bad Hersfelder Frauentor nichts im Wege, zumal mit dem Vorhaben ein „Schandfleck“ in Gestalt dreier baufälliger Gebäude beseitigt und ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus – die ehemalige Gaststätte – saniert werden würde.

Doch just als das Projekt konkret wurde, entdeckte ein Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege im bislang nur unter Ensembleschutz stehenden Haus Obere Frauenstraße 24 einige Dachsparren aus dem Jahr 1360 und erklärte es flugs zum Einzeldenkmal.

Bleibt es dabei, ist das Millionen-Vorhaben geplatzt. Denn nach den Plänen des Bad Hersfelder Architekten Norbert J. Klos sollte das Dreier-Ensemble im Einvernehmen mit der Unteren Denkmalbehörde durch einen Neubau ersetzt werden. Diese Sichtweise unterstrich jetzt auch der Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt durch einen einstimmigen Beschluss – zur Freude von Klos und Investor Jörg Winges von der Firma Wicon.

Sollte das Landesamt jedoch als höhere Instanz nach erneuter Prüfung bei seiner Beurteilung bleiben, müsste im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst über das Bad Hersfelder Bauprojekt entschieden werden.

Geplant sind hier 18 bis 19 hochwertige Wohneinheiten, die über zwei Treppenhäuser beziehungsweise Aufzuganlagen barrierefrei zugänglich sein werden. Von der Frauenstraße her ist eine Zufahrt zu Carports und Stellplätzen im Innenhof vorgesehen. Wie bisher schon soll ein Teil des Gebäudes die Stadtmauer mit Blickrichtung Meisebacher-/Wehneberger Straße überragen.

Laut Architekt ist Eile geboten: Der Investor benötigt bis Mitte Februar eine Entscheidung.

Von Karl Schönholtz

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