Wer sich die ersten Tickets sichern wollte, musste früh aufstehen

Festspiele: Viele nutzten Start des Vorverkaufs

Ansturm auf die ersten Tickets für die Festspiele: Werner Kleine aus Bremen wartet darauf, dass seine 64 Karten ausgedruckt werden (Bild oben). Im Hintergrund: Elke Dönges aus Bad Hersfeld und Kerstin Hilcher vom Ticket-Verkaufsteam. Auch wenn die Schlange zum Start des Festspiel-Vorverkaufs nicht ganz so lang war wie in früheren Jahren: alle waren zufrieden. Fotos: Apel

Bad Hersfeld. Eigentlich wie immer begann der Kartenvorverkauf für die 65. Bad Hersfelder Festspiele. Die ersten Kunden hatten sich schon in aller Frühe vor dem Eingang der Kartenzentrale eingefunden. „Ich bin seit 4 Uhr hier“, erzählt Gusti Brückner aus Kassel. „Ich stehe immer ganz früh auf, damit ich gute Plätze bekomme und neben dem Intendanten sitzen kann“, scherzt sie eine Viertelstunde vor Verkaufsbeginn.

Neben ihr steht Marlene Mitschke aus Sorga. Auch sie gehört zu den Stammkunden beim Vorverkaufsstart. Genauso wie Heinz Lassok aus Heringen und ein Herr aus Hünfeld, der nicht genannt werden will. Alle vier vermissen einen „Kollegen“ aus Frankfurt, der sonst ebenfalls immer einer der Ersten ist: „Er wird wohl krank sein“, vermutet man.

Am weitesten angereist ist Werner Kleine aus Bremen. Er hat im benachbarten Hotel „Zum Stern“ übernachtet und alles generalstabsmäßig geplant. Er versorgt nicht nur seine Familie mit Karten, sondern auch gute Bekannte, so dass sich die Zahl der von ihm gewünschten Tickets auf sage und schreibe 64 Stück beläuft. „Meine Eltern waren von Anfang an dabei“, erzählt er, „und ich selber komme seit 1961.“ Er ist voll des Lobes über sein Hotel, bei dem er natürlich schon längst Zimmer reserviert hat. Kritisch merkt er allerdings auch an, dass es aufgrund der geänderten Spielplansystematik schwieriger geworden sei, „drei Stücke an einem Stück“ zu besuchen. „Das war früher einfacher“, fügt er hinzu, und er verweist darauf, dass er das Gefühl habe, dass sich dieser Umstand auch negativ auf die Hotellerie auswirke.

Der Rausschmiss von Intendant Holk Freytag ist für die auf den Verkaufsstartschuss wartenden Frühaufsteher kein Thema. Sie setzen auf Dieter Wedel, den neuen ersten Mann, und sie versprechen sich von ihm, dass er die Kraft hat, neue, große Namen nach Bad Hersfeld zu holen. „Ich hoffe, dass es tolle Vorstellungen gibt“, unterstreicht Werner Kleine.

Da kommt auch schon Ticket-Service-Leiter Markus Heide und schließt die Glastüren auf. Es ist 9 Uhr und sein Team ist bestens vorbereitet: Neben den zwei „normalen“ guten Seelen bedienen zwei weitere an zwei zusätzlichen Verkaufsplätzen, so dass sich die Länge der Schlange der Wartenden in Grenzen hält. Es dauert nicht lange, da hört man den Drucker rasseln, der die 64 Karten für Werner Kleine ausdruckt.

Viele Kunden bezahlen mit der Hersfeld-Card. Auch Paul Niewerth, einer der örtlichen Amazon-Chefs, der sich in die Reihe der am Verkaufstresen Stehenden eingereiht hat. „Sonst bin ich eigentlich nie so früh gekommen“, berichtet er. Er wünscht sich, dass die Qualität der Festspiele stimmt, dass die Stadt Atmosphäre widerspiegelt, und dass sie endlich wieder mit positiven Schlagzeilen glänzt.

Das 17-köpfige Verkaufsteam zumindest tut bis in den Samstagnachmittag hinein alles, damit das gelingt. Neben den vier Verkaufsberaterinnen kümmert sich ein siebenköpfiges Call-Center-Team um eingehende Telefonanrufe. Gleichzeitig werden die schriftlich eingegangenen Bestellungen abgearbeitet, und für den Fall, dass irgendetwas klemmt, stehen Lukas Gruzczynski und Thomas Steimar, die IT-Spezialisten des Hauses, bereit.

Stefan Pruschwitz, der ebenfalls anwesende kaufmännische Leiter der Festspiele, ist zufrieden: „Uns geht es darum, das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen, und das klappt bestens!“

Von Wilfried Apel

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