Pläne, Kunst & langer Arm

Karl Schönholtz

Stillstand bedeutet Rückschritt – das gilt bei der Stadtentwicklung selbst in Zeiten knapper Budgets. In Bad Hersfeld sind die Dinge glücklicherweise immer in Bewegung. Nicht alleine auf Initiative des Rathauses, sondern auch unter tatkräftiger Mithilfe der freien Wirtschaft. So deuten sich seit Neuestem im Gewerbegebiet Haune I größere Veränderungen an. Dem Vernehmen nach hat ein örtlicher Projektentwickler mit dem bisherigen TÜV-Gebäude und dem ehemaligen Bus-Betriebshof bereits zwei größere Flächen erworben. Im Gespräch ist hier der Umzug eines Baumarktes, der expandieren möchte. Und wieder einmal fällt in diesem Zusammenhang der Name Media Markt. Auch wenn Letzteres vielleicht nur Spekulation ist – die Entwicklung und Aufwertung dieses Gewerbegebietes hat mit dem schon weit fortgeschrittenen Neubau von TÜV und Zulassungsstelle längst begonnen.

Wie das Außenexponat der Wissens- und Erlebniswelt „wortreich“ aussehen wird, das im Schilde-Park auf dem mittlerweile vakanten Platz der aus dem Projekt gestrichnenen Info-Box stehen soll, weiß derzeit noch kein Mensch. Dass auf dem Gelände demnächst auch noch moderne Kunstobjekte installiert werden, ist jedoch Fakt. Die wurden noch von Ex-Bürgermeister Boehmer geordert, sind wohl mittlerweile auch angefertigt, geliefert und bis zu ihrer Aufstellung eingelagert. Wer weiß, vielleicht passt ja eines der Kunstwerke zum „wortreich“.

Und noch einmal der Schilde-Park: Bad Hersfelds schönstes Parkhaus ist auch das mit den meisten freien Parkplätzen. 2200 Euro Einnahmen im Eröffnungsmonat Oktober, 1200 im November und 1800 im Dezember – das ist genauso wenig ein Gerücht wie die Unzufriedenheit vieler Parker mit der Ausfahrt: wer die rechtwinklige Kurve nicht exakt nimmt, benötigt am Schrankenterminal einen etwa zwei Meter langen Arm oder muss aussteigen, um das Ticket einführen zu können.

Für die Verquickung von privaten finanziellen Interessen und öffentlichem Amt ist der Fall Wulff das aktuellste Beispiel. Auch Heringens Bürgermeister Hans Ries wurde wegen seiner Solaranlage auf dem Wölfershäuser Gerätehaus jüngst im Stadtparlament in die moralisch fragwürdige Ecke gestellt. Nun hat sich auch die Kommunalaufsicht mit einer Anweisung eingemischt (siehe 10. Lokalseite): das Thema bewegt die Gemüter.

Kommentare