Informationsveranstaltung zur Flüchtlingssituation im Stadtgebiet von Bad Hersfeld

Plädoyer für die Offenheit

Flüchtlings-Info in Bad Hersfeld: Anja Seidenfad, Alexandra Klee-Richter und Arsime Asani (von links) stellten sich den Fragen. Foto: ks

Bad Hersfeld. In Heenes sind zwei Häuser angemietet, eines am Eichhof und im Stadtteil Johannesberg wird über zwei Wohnungen verhandelt: Mit diesen Informationen stellte sich der Fachdienst Migration des Landkreises in einer weiteren Veranstaltung zur Flüchtlingssituation den Fragen Hersfelder Bürgerinnen und Bürger.

Meik Ebert, Referent von Bürgermeister Thomas Fehling, hatte den knapp 100 Interessierten in der Stadthalle gleich zu Beginn verdeutlicht, dass es sich bei den neuen Unterkünften nicht um eine weitere Erstaufnahmeeinrichtzung wie im ehemaligen Herkulesmarkt handele, sondern um Obdach für Menschen aus den Regelzuweisungen des Landes, die aller Voraussicht nach Monate oder gar Jahre in der Stadt wohnen bleiben werden.

Betont wurde auch deren Interesse an Sprachkursen, Arbeit und Teilhabe in Sport und Freizeit, um die Integration zu erleichtern.

Die Fragen aus dem Publikum waren die üblichen: Wer bezahlt das alles? Antwort: Der Landkreis und damit der Steuerzahler. Wer haftet bei Schäden? Der Verursacher. Wer garantiert, dass unter den Flüchtlingen keine Kriminellen oder gar Terroristen sind? Keiner, denn: „Ich kann auch einem Deutschen nur bis vor den Kopf schauen, nicht dahinter“ (Alexandra Klee-Richter vom Fachdienst Migration).

Als statt Sachfragen zu stellen vermehrt politische Statements zu vermeintlich deutschen Werten und zur angeblich aufgezwungenen Euro-Währung abgegeben wurden, kam der Moment des Asbacher Pfarrers Simon Leinweber: Er berichtete vom völlig problemlosen, beiderseits freundlichen Verhältnis zu Flüchtlingen, die in Beiershausen eine Bleibe gefunden haben, und appellierte für Offenheit der Hersfelder in den anderen Stadtteilen.

Von Karl Schönholtz

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